
Peru gehört zu den spannendsten Ländern Südamerikas. Lima, das Heilige Tal der Inka, Machu Picchu, die Anden, der Amazonas, wüstenhafte Küsten – und enorme Höhenunterschiede zwischen den Regionen. Eine Reise mit Hund nach Peru ist möglich, erfordert aber eine gründliche Vorbereitung der Unterlagen noch vor der Abreise.
Bei einer Reise mit Hund nach Peru geht es im Kern um zwei Dinge: die Einreise nach Peru und die Rückkehr nach Hause. Die Einreisebestimmungen legt die peruanische Veterinärbehörde SENASA fest. Für die Rückkehr gelten die Regeln des Landes, in das der Hund nach dem Aufenthalt in Peru wieder einreist.
Dieser Beitrag beschreibt die übliche, nichtkommerzielle Reise, bei der der Hund mit seiner Halterin oder seinem Halter bzw. einer bevollmächtigten Person reist. Reist der Hund als Fracht, zum Verkauf, mit Halterwechsel oder ohne Begleitung im selben Verkehrsmittel, können andere Regeln gelten.
Kurzüberblick
Für die Einreise mit Hund nach Peru benötigen Sie vor allem:
- ein internationales Gesundheitszertifikat, ausgestellt von der offiziellen Veterinärbehörde des Abreiselandes,
- gültige Impfungen, einschließlich Tollwutimpfung,
- den Nachweis über den Gesundheitszustand des Hundes,
- die Behandlung gegen innere und äußere Parasiten,
- eine Dokumentenprüfung und eine klinische Untersuchung des Hundes bei der Ankunft in Peru.
Für die Rückkehr nach Hause sind die Regeln des Ziellandes maßgeblich. Kehrt ein Hund aus Peru in die EU zurück, ist mit einem serologischen Antikörpertest gegen Tollwut zu rechnen – ein Bluttest, der den Antikörpertiter nach der Impfung bestätigt –, da Peru nicht auf der Liste der Länder steht, für die die EU auf diese Voraussetzung verzichtet.
Einreisebedingungen und Unterlagen
Peru verlangt bei der Einreise von Hunden das Original eines internationalen Gesundheitszertifikats, ausgestellt von der offiziellen Veterinärbehörde des Abreiselandes. Dieses Dokument muss Angaben zu Impfungen, Gesundheitszustand und Parasitenbehandlung enthalten.
Für die Einreise nach Peru sind insbesondere vorzulegen:
- Angaben zum Besitzer und zum Hund,
- das Original des internationalen Gesundheitszertifikats,
- gültige Impfungen des Hundes,
- Nachweis der Tollwutimpfung,
- Nachweis der Entwurmung und der Behandlung gegen äußere Parasiten,
- den Nachweis über den Gesundheitszustand des Hundes,
- Beleg über die Zahlung der Gebühr für die Einreisekontrolle, falls diese direkt bei der Einreise erhoben wird.
Das internationale Gesundheitszertifikat muss von der zuständigen Veterinärbehörde des Landes ausgestellt oder bestätigt sein, aus dem der Hund nach Peru reist. Ein gewöhnlicher Impfpass ohne behördliche Bestätigung reicht nicht aus.
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Tollwutimpfung und weitere Impfungen
Der Hund muss eine gültige Tollwutimpfung haben. Laut SENASA ist die Tollwutimpfung für Hunde und Katzen ab einem Alter von 3 Monaten vorgeschrieben.
Im Zertifikat werden bei Hunden auch weitere gültige Impfungen aufgeführt. Die peruanischen Regeln nennen insbesondere Impfungen gegen Parvovirose, Staupe, ansteckende Hepatitis, Leptospirose und Tollwut.
Prüfen Sie vor der Reise bei Ihrer Tierärztin/Ihrem Tierarzt, ob diese Impfungen aktuell sind und korrekt in den Unterlagen eingetragen sind.
Gesundheitsnachweis und Parasitenbehandlung
Teil der Einreiseanforderungen ist auch eine Angabe zum Gesundheitszustand des Hundes. Das Zertifikat soll bestätigen, dass der Hund klinisch gesund ist und keine Anzeichen einer infektiösen oder parasitären Erkrankung zeigt.
Der Hund muss gegen innere und äußere Parasiten behandelt sein. SENASA gibt an, dass Entwurmung und Behandlung gegen äußere Parasiten im Zeitraum von 30 Tagen vor der Reise erfolgen sollen.
Dies ist nicht dasselbe Verfahren wie die aus Europa bekannten 24- bis 120-Stunden-Behandlungen gegen Echinokokken. Für Peru geht es um eine allgemeine Bescheinigung über die Parasitenbehandlung gemäß den Anforderungen von SENASA.
Kontrolle bei der Ankunft in Peru
Bei der Ankunft in Peru werden die Unterlagen an den SENASA-Schaltern der Grenzstelle vorgelegt – typischerweise am internationalen Flughafen Jorge Chávez in Lima, an einem anderen internationalen Flughafenterminal oder an einem Landgrenzübergang.
SENASA prüft die Dokumente und führt anschließend eine klinische Untersuchung des Hundes durch. Ziel ist festzustellen, ob der Hund Anzeichen einer infektiösen, ansteckenden oder parasitären Erkrankung zeigt.
Für eine normale Reise mit Hund sollten Sie die Unterlagen so bereitlegen, dass sie unmittelbar nach der Landung bzw. bei der Einreise griffbereit sind.
Rückkehr aus Peru nach Hause
Bei der Rückkehr eines Hundes aus Peru sind nicht die peruanischen Regeln ausschlaggebend, sondern die des Landes, in das er einreist. Prüfen Sie daher vorab, welche Unterlagen Ihr Hund für die Rückkehr benötigt.
Das Zielland kann zum Beispiel verlangen:
- ein neues veterinärmedizinisches Gesundheitszertifikat,
- eine gültige Tollwutimpfung,
- die Identifizierung des Hundes per Mikrochip,
- Importunterlagen,
- die Einreise über eine bestimmte Kontrollstelle,
- einen serologischen Antikörpertest gegen Tollwut, sofern dies die Vorschriften des Ziellandes verlangen.
Wenn Sie mit dem Hund aus Peru in ein weiteres Land ausreisen, stellt SENASA ein Ausfuhrzertifikat nach den Anforderungen des Ziellandes aus. Für die Rückkehr orientieren Sie sich daher immer an den Regeln des jeweiligen Landes, in das der Hund aus Peru weiterreist.
Rückkehr mit Hund aus Peru in die EU
Kehrt ein Hund aus Peru in die EU zurück, gilt dies als Einreise in die Union aus einem Drittland. Peru steht nicht auf der Liste der Länder, für die die EU auf den serologischen Antikörpertest gegen Tollwut verzichtet.
Für die Rückkehr aus Peru in die EU benötigt der Hund insbesondere:
- einen Mikrochip,
- eine gültige Tollwutimpfung,
- einen serologischen Antikörpertest gegen Tollwut,
- den EU-Heimtierausweis oder das entsprechende veterinärmedizinische Gesundheitszertifikat für die Einreise in die EU,
- eine Erklärung zum nichtkommerziellen Charakter der Reise, sofern ein veterinärmedizinisches Gesundheitszertifikat verwendet wird,
- die Einreise über eine zugelassene Grenzstelle für Reisende mit Heimtieren.
Lebt der Hund gewöhnlich in der EU, reist nach Peru und soll mit EU-Heimtierausweis zurückkehren, lassen Sie den Titer-Test am besten noch vor der Abreise aus der EU durchführen und das Ergebnis im Pass eintragen. Bleibt die Tollwutimpfung anschließend lückenlos gültig, vereinfacht das die Rückkehr in die EU deutlich.
Fehlt der Test und der Hund ist bereits in Peru, kann die Rückkehr in die EU deutlich komplizierter werden. Der Test muss auf einer gültigen Tollwutimpfung aufbauen, die Probe muss in einem zugelassenen Labor untersucht werden, und bei einem in Peru durchgeführten Test darf der Hund frühestens drei Monate nach der Blutentnahme in die EU einreisen.
Praktische Regeln für den Aufenthalt mit Hund in Peru
Peru ist groß und geografisch sehr vielfältig. Ein Aufenthalt mit Hund in Lima, in den Anden, an der Küste oder im Amazonasgebiet kann sehr unterschiedlich aussehen.
In den Großstädten finden Sie mehr Tierärztinnen und Tierärzte, Tierhandlungen und Unterkünfte, die mit Hunden vertraut sind. Rechnen Sie zugleich mit dichtem Verkehr, hektischen Straßen und damit, dass Hunde in Innenräume von Betrieben nicht automatisch hineindürfen.
Bestätigen Sie Ihre Unterkunft immer direkt. Ein bloßer „pet friendly“-Filter im Buchungssystem reicht nicht. Klären Sie Größe des Hundes, eventuelle Gebühren, ob der Hund allein im Zimmer bleiben darf und die Regeln für Gemeinschaftsbereiche.
Bei Inlandsreisen prüfen Sie die Regeln jeweils beim konkreten Anbieter. Peru hat große Distanzen, Gebirgspässe und deutliche Höhenunterschiede. Ob Bus, Inlandsflug oder Mietwagen – die Vorgaben für Hunde können sich stark unterscheiden.
In den Anden spielt auch die Höhe eine Rolle. Cusco liegt zum Beispiel auf rund 3 400 m ü. M., und die Akklimatisierung dauert in der Regel auch für Hunde ein bis zwei Tage. Manche Hunde reagieren auf die Höhe mit Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder geringerer Belastbarkeit. Planen Sie das Programm daher schrittweise und beobachten Sie Ihren Hund bei Fahrten in Hochlagen.
In manchen Regionen begegnet man streunenden Hunden. Meist ist das unproblematisch, dennoch sollten Sie Ihren Hund unter Kontrolle halten und nicht zu fremden Tieren laufen lassen. Besprechen Sie vor der Reise mit Ihrer Tierärztin/Ihrem Tierarzt auch den Schutz vor Parasiten, Zecken, Flöhen und von Insekten übertragenen Krankheiten. In einigen Gebieten Perus, vor allem in wärmeren, tropischen oder endemischen Regionen, ist zudem eine Prophylaxe gegen die Leishmaniose sinnvoll, die von kleinen stechenden Mücken übertragen wird.
Wann mit der Vorbereitung beginnen
Beginnen Sie die Vorbereitung einer Reise mit Hund nach Peru rechtzeitig. Klären Sie zuerst, welches internationale Gesundheitszertifikat Ihnen die Veterinärbehörde im Abreiseland ausstellt bzw. bestätigt. Prüfen Sie anschließend Impfungen, Gesundheitsnachweis, Parasitenbehandlung und die Regeln des Transportunternehmens.
Praktisch vorbereiten sollten Sie vor allem:
- die Tollwutimpfung und weitere erforderliche Impfungen,
- den Nachweis über den Gesundheitszustand des Hundes,
- die Behandlung gegen innere und äußere Parasiten,
- das internationale Gesundheitszertifikat,
- die Regeln des Transportunternehmens,
- die Regeln für die Rückkehr nach Hause.
Wenn der Hund nach dem Aufenthalt in Peru in die EU zurückkehrt, kümmern Sie sich frühzeitig um den Titer-Test. Die Blutentnahme erfolgt frühestens 30 Tage nach der Tollwutimpfung; wird der Test in Peru durchgeführt, darf der Hund frühestens drei Monate nach der Blutentnahme in die EU einreisen. Am praktikabelsten ist daher, den Test noch vor der Abreise aus der EU zu erledigen.
Fazit
Eine Reise mit Hund nach Peru ist möglich, erfordert aber eine sorgfältige Vorbereitung der Unterlagen vor der Abreise. Der Hund benötigt ein internationales Gesundheitszertifikat, ausgestellt von der offiziellen Veterinärbehörde des Abreiselandes, gültige Impfungen, einen Gesundheitsnachweis sowie eine Behandlung gegen innere und äußere Parasiten.
Nach der Ankunft in Peru prüft SENASA die Unterlagen und führt eine klinische Untersuchung des Hundes durch. Für die Rückkehr nach Hause gelten die Vorschriften des Ziellandes.
Kehrt der Hund aus Peru in die EU zurück, ist der Titer-Test erforderlich. Am unkompliziertesten ist es, ihn noch vor der Abreise aus der EU durchführen zu lassen und das Ergebnis im EU-Heimtierausweis eintragen zu lassen.
