
Andorra liegt in den Pyrenäen zwischen Spanien und Frankreich. Viele besuchen das Land wegen der Berge, zum Wandern und Skifahren – oder als kurzen Stopp auf der Fahrt durch Nordspanien oder Südfrankreich. Andorra ist kein EU-Mitglied, hat im europäischen Veterinärsystem beim Reisen mit Hund jedoch einen besonderen – und vorteilhaften – Status.
Für eine gewöhnliche, nichtkommerzielle Reise mit Hund nach Andorra brauchen Sie vor allem einen Mikrochip, eine gültige Tollwutimpfung und die richtigen Reisedokumente. Andorra hat keinen eigenen internationalen Flughafen – die Einreise erfolgt ausschließlich auf dem Landweg über Spanien oder Frankreich. Daher ist immer die gesamte Route zu betrachten.
Offizielle Informationen zu Haustieren veröffentlicht der Govern d’Andorra. Für die Reise selbst sind zudem die EU-Regeln für die nichtkommerzielle Verbringung von Heimtieren maßgeblich.
Für die Rückreise nach Hause sind vor allem die Regeln von Spanien oder Frankreich relevant, über die die Rückfahrt fast immer führt.
Dieser Artikel behandelt die übliche, nichtkommerzielle Reise eines Hundes zusammen mit seiner Halterin oder seinem Halter bzw. einer bevollmächtigten Person. Reist der Hund als Fracht, zum Verkauf, bei Halterwechsel oder in größeren Tiergruppen, können andere Regeln gelten.
Inhaltsverzeichnis
Warum Andorra beim Reisen mit Hund besonders ist
Andorra zählt zu den Ländern und Gebieten, die die EU beim nichtkommerziellen Verbringen von Hunden, Katzen und Frettchen einem vereinfachten Regime zuordnet. Das hat in der Praxis zwei wichtige Folgen:
- bei der Rückkehr aus Andorra in die EU ist kein Titertest auf Tollwut-Antikörper erforderlich,
- die Einreise aus Andorra in die EU wird ähnlich wie eine Reise zwischen EU-Staaten behandelt – eine Einreise über eine festgelegte Einreisestelle für Reisende ist nicht vorgeschrieben.
Bei einer normalen Reise aus der EU nach Andorra und zurück ist somit nichts zusätzlich nötig gegenüber dem, was Hunde für Reisen innerhalb der EU benötigen.
Kurzüberblick: Was braucht Ihr Hund für die Reise nach Andorra
Wenn Sie mit Hund aus der EU anreisen, benötigen Sie in den meisten Fällen vor allem:
- Mikrochip oder eine ältere, gut lesbare Tätowierung, die vor dem 3. Juli 2011 vorgenommen wurde,
- gültige Tollwutimpfung,
- EU-Heimtierausweis.
Kommt der Hund ursprünglich aus einem Nicht-EU-Land, ist maßgeblich, was er für die erste Einreise nach Frankreich oder Spanien erfüllen musste. Erst danach geht es um die Weiterreise nach Andorra.
Eine Behandlung gegen Echinokokken ist bei der Einreise nach Andorra nicht vorgeschrieben.
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Einreisebedingungen nach Andorra mit Hund aus der EU
Wer aus einem anderen EU-Staat nach Andorra reist, wählt eine der unkompliziertesten Routen außerhalb der EU.
Für die Einreise benötigen Sie vor allem:
- Mikrochip oder eine ältere, gut lesbare Tätowierung, die vor dem 3. Juli 2011 vorgenommen wurde,
- gültige Tollwutimpfung,
- EU-Heimtierausweis.
Bei der Erstimpfung gegen Tollwut gilt eine Wartefrist von mindestens 21 Tagen. Hat der Hund lückenlos gültige Folgeimpfungen ohne Unterbrechung, entfällt eine weitere Wartefrist.
Einreise nach Andorra mit Hund aus Nicht-EU-Ländern
Kommt der Hund ursprünglich aus einem Nicht-EU-Land, ist maßgeblich, was er für die erste Einreise in das Gebiet der EU – in der Regel nach Frankreich oder Spanien – erfüllen musste.
Das bedeutet in der Regel:
- Mikrochip,
- gültige Tollwutimpfung,
- tierärztliches Gesundheitszeugnis für die Einreise in die EU, ausgestellt innerhalb von 10 Tagen vor der Reise,
- bei bestimmten Herkunftsländern auch ein Titertest auf Tollwut-Antikörper.
Bei einem Hund, der ursprünglich aus Indien, Armenien oder einem anderen Nicht-EU-Land stammt, entscheidet sich der praktische Unterschied also vor allem bei der Einreise in die EU – nicht durch eine zusätzliche andorranische Bedingung.
Mikrochip
Der Mikrochip ist Grundvoraussetzung für die Reise mit Hund nach Andorra. Er muss der Norm ISO 11784/11785 entsprechen und vor der Tollwutimpfung gesetzt worden sein.
Prüfen Sie in der Vorbereitung unbedingt, dass:
- der Hund einen gut auslesbaren Mikrochip hat,
- die Chipnummer im Ausweis oder Zertifikat korrekt eingetragen ist,
- Tollwutimpfung und weitere Einträge eindeutig demselben gekennzeichneten Tier zugeordnet sind.
Tollwutimpfung
Eine gültige Tollwutimpfung gehört zu den Grundvoraussetzungen für die Reise nach Andorra.
Prüfen Sie vor der Abreise vor allem,
- ob die Impfung am Tag der Einreise noch gültig ist,
- ob sie nach dem Setzen des Mikrochips erfolgt ist,
- ob sie korrekt im Ausweis oder Zertifikat eingetragen ist,
- ob seit der Erstimpfung mindestens 21 Tage vergangen sind.
Die erste Tollwutimpfung darf frühestens im Alter von 12 Wochen erfolgen. Da anschließend 21 Tage Wartefrist gelten, liegt das Mindestalter für die Einreise nach Andorra bei etwa 15 Wochen.
Wann ist ein Titertest erforderlich
Bei einer gewöhnlichen Reise mit Hund aus der EU nach Andorra und zurück ist kein Titertest nötig. Andorra gehört zu den Ländern und Gebieten, für die bei der Rückkehr in die EU kein Titertest auf Tollwut-Antikörper verlangt wird.
Ein Titertest kann nur im Zusammenhang mit der gesamten Route eine Rolle spielen. Kommt der Hund ursprünglich aus einem nicht gelisteten Drittland, ist ausschlaggebend, was er für die erste Einreise nach Frankreich oder Spanien erfüllen musste.
Lebt der Hund gewöhnlich in der EU und reist nur nach Andorra und zurück, ist kein Titertest erforderlich. Ist Andorra jedoch nur Teil einer längeren Route mit Einreise aus einem Nicht-EU-Land, sind die Vorgaben des ersten EU-Einreisestaats maßgeblich. Klären Sie vor der Abreise, was Ihr Hund für die Rückkehr nach Hause braucht. Dabei hilft auch das Tool BorderCooler®, das die Rückreisebedingungen passend zu Ihrer Route zusammenstellt.
Verbotene Rassen und Transitregeln
Andorra veröffentlicht selbst keine Liste verbotener Rassen. Da die Einreise über Spanien oder Frankreich erfolgt, gelten die dortigen Beschränkungen.
Spanien schreibt für bestimmte Rassen während der Durchreise einen Maulkorb vor: American Pit Bull Terrier, Staffordshire Bullterrier, American Staffordshire Terrier, Rottweiler, Dogo Argentino, Fila Brasileiro, Tosa und Akita.
Frankreich verbietet die Einreise bestimmter Rassen ohne Stammbaum und lässt einige Typen gar nicht zu. Betroffen sind vor allem Staffordshire Bullterrier, American Staffordshire Terrier, Tosa sowie Mastiff-Mischlinge.
Planen Sie die Route mit einem Hund einer bestimmten Rasse über Frankreich oder Spanien, prüfen Sie diese Regeln vorab.
Andorra führt zudem eine eigene Liste von Rassen, die als gefährlich oder potenziell gefährlich gelten. Dazu gehören 15 Rassen: American Akita, Bullmastiff, Dobermann, Dogo Argentino, Dogue de Bordeaux, Fila Brasileiro, Mastino Napoletano, American Pit Bull Terrier, Dogo Canario, Rottweiler, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, American Bulldog, Akita Inu und Tosa Inu. Diese Hunde müssen in Andorra in der Öffentlichkeit an einer nicht ausziehbaren Leine (maximal 1,5 Meter) geführt werden und einen Maulkorb tragen.
Anreise mit Hund nach Andorra: Auto oder umliegende Flughäfen
Andorra hat keinen eigenen großen internationalen Flughafen; deshalb erfolgt die Anreise mit Hund am häufigsten mit dem Auto oder als Kombination aus Flug nach Spanien bzw. Frankreich und anschließender Weiterreise auf dem Landweg. Die nächsten internationalen Flughäfen sind Barcelona El Prat und Toulouse-Blagnac, beide rund 200 km von Andorra entfernt.
Reisen Sie mit dem Auto aus der EU, halten Sie die Unterlagen des Hundes stets griffbereit. An der Grenze zwischen Andorra und Spanien oder Frankreich kann es zu Zollkontrollen kommen, bei denen die Dokumente des Tieres geprüft werden können.
Rückreise aus Andorra
Rückreise aus Andorra in ein EU-Land
Andorra gehört zu den Ländern und Gebieten mit vereinfachtem Regime, bei denen für die Rückkehr in die EU kein Titertest verlangt wird. Die Rückreise ist administrativ einfach – Grundlage bleiben Mikrochip, gültige Tollwutimpfung und EU-Heimtierausweis.
Weiterreise von Andorra außerhalb der EU oder auf weiterer Route
Ist Andorra nicht das Endziel und der Hund reist außerhalb der EU weiter, prüfen Sie die Bestimmungen des nächsten Ziellandes. Ausschlaggebend kann dann die gesamte weitere Route mit möglichen Neueinreisen in andere Staaten sein.
Praktische Regeln für den Aufenthalt mit Hund in Andorra
Für viele Reisende ist Andorra eine Mischung aus Bergen, Wanderungen, Wintersport und kurzen Autofahrten zwischen Tälern und kleinen Orten.
Bestätigen Sie die Unterkunft immer direkt. Ein bloßer „haustierfreundlich“-Filter im Buchungssystem reicht nicht. Klären Sie Hundegröße, mögliche Gebühren, Regeln für Gemeinschaftsbereiche und ob der Hund allein im Zimmer bleiben darf.
Reisen Sie im Winter, denken Sie an Schnee, Kälte, Seilbahnen und die Regeln der Skigebiete. Im Sommer planen Sie Länge der Touren, Wasser, Schatten und den Tagesablauf in höheren Lagen ein. In Städten und Gemeinden müssen Hunde auf öffentlichen Flächen an der Leine geführt werden. Als potenziell gefährlich eingestufte Hunde müssen zusätzlich an einer nicht ausziehbaren Leine und mit Maulkorb geführt werden.
Wann sollten Sie mit der Vorbereitung beginnen
Reisen Sie aus der EU und hat Ihr Hund bereits Mikrochip, gültige Tollwutimpfung und EU-Heimtierausweis, ist die Vorbereitung meist unkompliziert.
Trotzdem sollten Sie vorab prüfen:
- ob die Impfung noch gültig ist,
- ob die Chipnummer in allen Dokumenten übereinstimmt,
- welche Regeln für die konkrete Rasse beim Transit durch Spanien oder Frankreich gelten,
- und was der Hund für die Rückreise nach Hause benötigt.
Fazit
Andorra ist kein EU-Mitglied, hat aber im europäischen Veterinärsystem einen vorteilhaften Status. Bei der Rückkehr in die EU gilt ein ähnliches Verfahren wie etwa für die Schweiz oder andere europäische Staaten mit vereinfachtem Regime – ein Titertest ist nicht erforderlich.
Bei einer üblichen Reise aus der EU nach Andorra und zurück ist die Logistik einfach. Grundlage sind Mikrochip, gültige Tollwutimpfung und EU-Heimtierausweis. Wichtig: Die Einreise erfolgt über Spanien oder Frankreich – und die Regeln dieser Länder, einschließlich Beschränkungen für bestimmte Rassen, sind Teil der gesamten Route.
Häufige Fragen zur Reise mit Hund nach Andorra
Ist Andorra Mitglied der EU?
Nein. Andorra ist kein Mitgliedstaat der EU. Für Reisen mit Hund gehört es jedoch zu den Ländern und Gebieten mit vereinfachter Rückkehr in die EU – ein Titertest ist nicht erforderlich.
Reicht für die Reise nach Andorra aus der EU der EU-Heimtierausweis?
In den meisten Fällen ja. Wenn der Hund aus der EU reist, gechipt ist und eine gültige Tollwutimpfung hat, genügt der EU-Heimtierausweis in der Regel.
Ist für die Rückreise aus Andorra in die EU ein Titertest nötig?
Nein. Andorra zählt zu den Ländern und Gebieten, für die bei der Rückkehr in die EU kein Titertest verlangt wird.
Kann man mit dem Hund direkt per Flugzeug nach Andorra reisen?
Nein. Andorra hat keinen eigenen internationalen Flughafen. Die Anreise erfolgt über Flughäfen in Spanien oder Frankreich und anschließend weiter auf dem Landweg.
Ist für die Reise nach Andorra eine Echinokokken-Behandlung erforderlich?
Nein. Bei der Einreise nach Andorra ist keine Behandlung gegen Echinokokken vorgeschrieben.
Sind in Andorra bestimmte Hunderassen verboten?
Andorra selbst veröffentlicht keinen ausdrücklichen Bann einzelner Rassen. Beschränkungen für bestimmte Rassen gelten jedoch in Spanien und Frankreich, über die die Einreise nach Andorra erfolgt – für einige Rassen ist ein Maulkorb Pflicht oder die Einreise ist eingeschränkt.
