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Ostbolivien wird oft übersehen. Die meisten Reisenden zieht es in die Anden, zum Salar de Uyuni oder in den Amazonas. Doch gerade die Tiefebene rund um Santa Cruz birgt Orte, die sich ganz anders anfühlen – ruhiger, authentischer und ohne Menschenmassen.

Dieser mehrtägige Roadtrip führt uns von Santa Cruz de la Sierra über historische Missionsstädte bis in die Gegend von Roboré, wo die Landschaft in eine Mischung aus Dschungel, roten Felsen und Wasserfällen übergeht.

Eine Route, die sich problemlos mit dem Auto bewältigen lässt – ohne großen Aufwand in der Planung und dennoch mit starken Eindrücken.

Diese Route basiert auf unserer eigenen Erfahrung – wir haben den Osten Boliviens im August 2025 besucht. Fast alle aufgeführten Orte haben wir gemeinsam mit unserem Hund Ibo bereist. Wer die Route mit Hund plant, sollte die Zutrittsmöglichkeiten vorab klären – insbesondere für Museen und religiöse Stätten.


Tag 1: Fahrt nach San José de Chiquitos

Am Morgen fahren wir von Santa Cruz de la Sierra ostwärts auf der Straße F4. Vor uns liegen rund 2,5 Stunden Fahrt bis in die Chiquitania – eine Region mit roter Erde, trockenerer Landschaft und kaum Tourismus.

Nach der Ankunft checken wir in einem Öko-Resort in San José de Chiquitos ein – ruhig gelegen am Stadtrand.

Den Rest des Tages erholen wir uns vom Fahrtag – zum Beispiel am Pool. Abends essen wir direkt im Resort.

Tag 2: San José de Chiquitos und Umgebung

Wir starten mit Frühstück im Resort. Den restlichen Tag widmen wir den historischen und natürlichen Highlights rund um San José de Chiquitos.

San José de Chiquitos

Wir besuchen das historische Zentrum der Stadt, das zu den am besten erhaltenen Jesuitenmissionen der Region zählt.

Zum Programm gehören:

  • Museo Misión Jesuítica – hier erfahren wir mehr über die Funktionsweise der Jesuitenmissionen und ihre Bedeutung für die Region
  • Misión de San José – eine einzigartige Mission aus rotem Stein, eines der markantesten Bauwerke der Gegend

Sitio Arqueológico Santa Cruz la Vieja

Anschließend fahren wir zur ursprünglichen Gründungsstätte von Santa Cruz, nur wenige Kilometer außerhalb von San José de Chiquitos.

Genau hier wurde 1561 Santa Cruz de la Sierra vom spanischen Eroberer Ñuflo de Chávez gegründet. Der heute als Santa Cruz la Vieja bekannte Ort markiert den ersten Standort der Stadt, die später näher an ihren heutigen Platz verlegt wurde.

Ein geschichtsträchtiger Stopp, der die Kolonisierung des Gebiets, die frühen Siedlungen und die Gründe für die spätere Verlegung der Stadt greifbarer macht.

Valle de la Luna

Weiter geht es ins Valle de la Luna, berühmt für seine ungewöhnlichen Felsformationen.

Die Landschaft erinnert an eine Mondoberfläche – erodierter roter Fels, bizarre Formen und ein ganz anderer Charakter als im übrigen Umland.

Mirador de Ñuflo

Zum Tagesabschluss fahren wir zum Aussichtspunkt Mirador de Ñuflo – ideal zum Sonnenuntergang.

Von hier öffnen sich weite Blicke über die Chiquitania. Im Licht des Sonnenuntergangs entsteht eine besondere Stimmung – einer der eindrücklichsten Momente des Tages.

Tag 3: Aufstieg zum Cerro Turubó

Den dritten Tag widmen wir dem Aufstieg auf den Cerro Turubó, einen der markantesten Punkte in der Landschaft.

Der Weg führt durch die für diese Gegend typische trockene Landschaft hinauf zum Gipfel. Weite Panoramen, kaum Touristen und unmittelbarer Kontakt mit der Natur prägen diese Tour.

Nach der Rückkehr Entspannung im Resort.

Tag 4: Weiterfahrt nach Roboré

Nach dem Frühstück setzen wir die Fahrt ostwärts in Richtung Roboré fort.

Chochís und Torre de David

Unterwegs halten wir im Dorf Chochís, unternehmen einen kurzen Aufstieg zum markanten Felsmonolithen Torre de David und besuchen das angrenzende Santuario Mariano de la Torre. Ein spiritueller Ort mit ausdrucksstarker Architektur inmitten der ländlichen Landschaft.

Cascada El Velo de Novia

Weiter geht es zum Wasserfall Cascada El Velo de Novia.

Ein kurzer Fußweg führt zu einem Wasserfall, der in ein natürliches Becken stürzt – perfekt für eine Erfrischung an heißen Tagen.

Ankunft in Roboré

Gegen Abend erreichen wir Roboré. Wir beziehen unsere Unterkunft und verbringen den Abend in einem ruhigen, unverfälschten Städtchen – ohne großen Touristenrummel.

Tag 5: Rund um Roboré

Diesen Tag widmen wir den Naturplätzen rund um Roboré – mit viel Baden und Zeit zum Ausruhen.

Chorro de San Luis

Wir besuchen den Wasserfall Chorro de San Luis. Der Weg dorthin führt etwa 30 Minuten durch den lokalen Dschungel.

Der Wasserfall stürzt in ein von Grün umgebenes Naturbecken und gehört zu den schönsten Plätzen der Region.

Aguas Calientes

Anschließend fahren wir weiter nach Aguas Calientes.

Hier sprudeln natürliche Thermalquellen – ideal, um nach dem Roadtrip zur Ruhe zu kommen.

Option zur Verlängerung: San Ignacio de Velasco

Bei Interesse lässt sich die Route um einen weiteren Tag mit Abstecher nach San Ignacio de Velasco erweitern – eine der bedeutendsten Jesuitenmissionen der Chiquitania.

Von Roboré geht es nordostwärts (ca. 2–3 Stunden Fahrt). Nach der Ankunft bleibt Zeit für ein Nachmittagsprogramm in der Stadt und Umgebung.

San Ignacio de Velasco

Die Stadt ist eines der wichtigsten Zentren der Jesuitenmissionen in Bolivien und hat sich bis heute ihre authentische Atmosphäre bewahrt.

  • Misión Jesuítica de San Ignacio de Velasco – monumentale Kirche aus dem 18. Jahrhundert (ursprünglich 1748 gegründet), bekannt für ihre Holzarchitektur und das reich verzierte Innere
  • Zentraler Platz (Plaza Principal) – das natürliche Herz der Stadt mit kolonialem Flair und dem gelebten Alltag der Einheimischen
  • Missionsmuseum – vermittelt einen vertieften Einblick in die Geschichte der Jesuitenreduktionen und deren Wirken in der Region

Der Nachmittag eignet sich bestens für einen entspannten Stadtspaziergang und um die Atmosphäre dieser wenig touristischen Ecke Boliviens auf sich wirken zu lassen.

Nach einer Übernachtung geht es am nächsten Tag zurück Richtung Santa Cruz.

Tag 6: Rückfahrt nach Santa Cruz

Die Rückfahrt nach Santa Cruz de la Sierra hängt von der gewählten Routenvariante ab.

  • Basisroute (5 Tage): Rückfahrt direkt ab Roboré, ideal mit frühem Start; die Fahrt dauert etwa einen halben Tag.
  • Verlängerte Route (6 Tage): Rückfahrt ab San Ignacio de Velasco; hier ist mit einer längeren Etappe zu rechnen – am besten so früh wie möglich starten.

Fazit

Dieser Roadtrip gehört zu den leisen, aber eindrucksvollen Bolivien-Erlebnissen.

Er bietet keine ikonischen Must-sees wie Uyuni – und zeigt gerade dadurch eine andere, authentischere Seite des Landes: ohne Massen, mit echtem Kontakt zur Umgebung und zu den Menschen.

Wenn Sie ein Bolivien erleben möchten, das die meisten Reisenden nie zu Gesicht bekommen, führt diese Route genau dorthin.

Ziel dieses Artikels ist zu zeigen, welche Routen wir ausarbeiten können und wie so eine Reise in der Praxis aussehen kann. Details, Logistik und Empfehlungen passen wir stets an Ihr konkretes Briefing an – genau so, wie Sie reisen möchten.

Praktische Infos und Routenüberblick

  • Dauer: 5 Tage (oder 6 Tage mit Abstecher nach San Ignacio de Velasco)
  • Route: Santa Cruz de la Sierra – San José de Chiquitos – Roboré – Santa Cruz
  • Höhepunkte: Jesuitenmissionen, Valle de la Luna, Aussichtspunkte, Wasserfälle, Thermalquellen
  • Reiseart: Roadtrip mit dem Auto (Asphalt plus unbefestigte lokale Abzweige)
  • Anspruch: leicht bis mittel
  • Ideal für: Reisende, die Bolivien abseits der Hauptstrecken erleben möchten
  • Beste Reisezeit: in der Trockenzeit (etwa Mai bis Oktober) – weniger Regen, besser befahrbare Straßen und angenehmere Temperaturen für Fahrten und Wanderungen