
Mit einem Hund außerhalb Europas zu reisen, ist immer etwas aufwendiger als innerhalb der EU. Umso mehr, wenn es um Südamerika und einen langen interkontinentalen Flug geht. Paraguay gehört zu den Ländern, die unter Reisenden mit Hund nicht allzu oft genannt werden – mit guter Vorbereitung ist es aber durchaus machbar. Gleichzeitig hat das Land für Reisen mit Hund einiges zu bieten: Wasserfälle, kürzere Wanderungen und Stadtparks.
In diesem Artikel beleuchten wir die offiziellen Bedingungen für die Reise mit Hund aus der EU nach Paraguay, erklären, was vor dem Abflug und für die Rückkehr nach Europa zu beachten ist, und ergänzen das Ganze um unsere persönliche Erfahrung auf dem Flug von Madrid nach Asunción, auf dem uns auch unser Hund Ibo begleitet hat. Diese Erfahrung hat gezeigt, dass es manchmal besser ist, mehr Papiere dabeizuhaben, als es die offiziellen Regeln vorgeben.
Paraguay: Reisen mit Hund
Paraguay ist kein Mitglied der Europäischen Union und gilt veterinärrechtlich als Drittland außerhalb der EU. Das heißt: Die EU-Regeln zum freien Verkehr von Heimtieren gelten hier nicht; Einreise und Rückkehr unterliegen fest definierten Anforderungen.
Die gute Nachricht: Im Vergleich zu manchen anderen Ländern Südamerikas hat Paraguay vergleichsweise klare und gut handhabbare Einreisebedingungen. Der Schlüssel ist jedoch eine gründliche Vorbereitung noch vor dem Abflug.
Vorbereitung des Hundes auf die Reise nach Paraguay
Vor dem Abflug nach Paraguay mussten wir mehrere Untersuchungen und Formalitäten erledigen, damit wir eine so lange Reise mit gutem Gefühl antreten konnten.
Wichtig waren vor allem:
- eine Identifikation per Mikrochip.
- eine gültige Tollwutimpfung.
- Untersuchung auf Leishmaniose – eine durch Insekten übertragene Krankheit, die in Südamerika vorkommt.
- Bluttest auf Tollwut-Antikörper (Titer) – vor allem für eine reibungslose Rückkehr in die EU unerlässlich.
- Untersuchung des Kots auf Parasiten – Bestätigung des Gesundheitszustands des Hundes.
- Abschließende tierärztliche Untersuchung vor dem Abflug, bei der der Tierarzt bestätigt, dass der Hund flugtauglich ist.
- Internationales veterinärärztliches Gesundheitszeugnis über den Gesundheitszustand des Hundes.
Diese Untersuchungen brauchen etwas Vorlauf; beginnen Sie daher am besten einige Monate vor dem geplanten Abflug mit der Vorbereitung. Die Ergebnisse müssen von der staatlichen Veterinärbehörde bestätigt werden. Sie werden in das internationale veterinärärztliche Gesundheitszeugnis eingetragen; die Richtigkeit bestätigt die staatliche Veterinärbehörde mit Rundstempel. Wir empfehlen, dieses Formular zusätzlich amtlich in die Landessprache des Zielstaats übersetzen zu lassen – für Paraguay ins Spanische.
Unsere Erfahrung: Flug von Madrid nach Asunción mit Hund
Wir sind per Flug von Madrid nach Asunción nach Paraguay gereist. Es war ein langer Interkontinentalflug, auf dem uns auch unser Hund Ibo begleitet hat.
Vor dem Abflug hatten wir alle nötigen Dokumente beisammen – tierärztliche Bescheinigungen einschließlich des Tests auf Tollwut-Antikörper (Titer), Leishmaniose-Test, Kotuntersuchung, EU-Heimtierausweis, Bestätigungen der staatlichen Veterinärbehörde sowie die von der Fluggesellschaft geforderten Nachweise. Trotz gründlicher Vorbereitung ist dieser Moment mit natürlichem Stress verbunden – besonders, wenn der Hund erstmals eine so lange Strecke fliegt.
Der Flug selbst verlief ohne größere Komplikationen. Nach der Ankunft in Paraguay folgte eine veterinär- und zollamtliche Kontrolle, die sich vor allem auf die Vollständigkeit der Unterlagen konzentrierte. Hier kam ein Punkt, auf den uns niemand vorbereitet hatte: Die Beamtin wollte alle vorgelegten Dokumente einbehalten. Da wir mit Ibo von Paraguay aus nach Bolivien weiterreisen wollten, wollten wir die Originale nicht abgeben. Zum Glück hatte Iva vorausschauend alle Unterlagen vor unserem Abflug einmal kopiert. Am Ende gab sich die Beamtin mit den Kopien zufrieden, die wichtigen Originale blieben bei uns. Insgesamt lief also alles glatt, mit nur minimalen Verzögerungen – vermutlich vor allem wegen der Sprachbarriere.
Außerdem wichtig: Die Gültigkeitsdauer der Tollwutimpfung unterscheidet sich in der EU grundlegend von der in den meisten Ländern Südamerikas.
In der Europäischen Union gilt eine Tollwutimpfung in der Regel für 3 Jahre, sofern der Impfstoff auf Mehrjahresgültigkeit zugelassen ist und der Impfplan des Herstellers eingehalten wird. In Paraguay und in den meisten Ländern Südamerikas wird die Tollwutimpfung hingegen meist nur für 12 Monate anerkannt – unabhängig vom verwendeten Impfstoff.
In der Praxis bedeutet das: Ein Hund, der in der EU gültig für drei Jahre geimpft ist, kann in Südamerika als ungeimpft gelten, wenn die Impfung nicht innerhalb der letzten 12 Monate erfolgt ist. Das sollten Sie besonders bei längeren Aufenthalten und bei der Planung der Rückkehr in die EU beachten.
Rückkehr in die EU: das Wichtigste
Bei der Rückkehr aus Staaten außerhalb der EU, zu denen auch Paraguay gehört, müssen strengere Voraussetzungen erfüllt werden als etwa bei der Rückkehr aus Balkanstaaten.
Entscheidend ist vor allem der Bluttest auf Tollwut-Antikörper (Titer), der noch vor Verlassen der EU oder während des Aufenthalts in Paraguay in einem zugelassenen Labor durchgeführt werden muss. Die Rückkehr in die EU ist frühestens drei Monate nach der Blutentnahme möglich.
Ohne diese Voraussetzung kann die Einreise des Hundes in die EU verweigert oder eine Quarantäne angeordnet werden.
Wir haben diese letzte Bedingung nicht zu 100 Prozent erfüllt. Ibo hatte den Antikörpertest zwar noch vor dem Abflug aus der Slowakei, aber – wenn auch nur knapp – weniger als drei Monate vor unserer Rückkehr. Zu unserem Glück wurde das bei der Rückkehr in die EU nicht überprüft. Einziger Schritt bei der Kontrolle war das Auslesen von Ibos Mikrochip.
Praktische Tipps in Kürze
- Beginnen Sie mit der Vorbereitung mehrere Monate im Voraus.
- Prüfen Sie die aktuellen Einreisebestimmungen beim Tierarzt, bei der Botschaft und bei der Fluggesellschaft.
- Halten Sie alle Dokumente sowohl ausgedruckt als auch digital bereit.
- Eine amtliche Übersetzung der Unterlagen ins Spanische kann viel Zeit sparen.
- Unterschätzen Sie die medizinischen Untersuchungen nicht – sie dienen nicht nur den Behörden, sondern auch der Sicherheit Ihres Hundes.
- Rechnen Sie damit, dass die Rückkehr in die EU administrativ aufwendiger sein kann als die Einreise nach Paraguay.
