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Die bekannte Runde durch Norwegen, Schweden und Finnland mit der Rückreise über die baltischen Länder stand – wie bei vielen anderen Reisenden – schon lange auf unserer Liste. Im Sommer 2024 war es endlich so weit: Wir brachen zu diesem unvergesslichen Abenteuer auf – und natürlich kam auch unser Hund Ibo mit.

Dieser Reiseplan basiert auf unserer echten Tour und ist so aufbereitet, dass er als Inspiration oder als fertige Vorlage für den Roadtrip dient. Jeder Tag ist in einem Absatz als kleine Geschichte beschrieben – wir trennen klar, was wir tatsächlich unternommen haben, und welche Möglichkeiten der Ort außerdem bietet.

Viele der genannten Orte haben wir in eigenen Artikeln ausführlicher beschrieben. Im Reiseplan finden Sie entsprechende Links.


Tag 1

Kurz nach dem Mittag verlassen wir Bratislava, und vor uns liegt ein langer Abschnitt quer durch Tschechien und Polen bis in die Hafenstadt Świnoujście an der Ostsee. Dank des sehr guten polnischen Autobahnnetzes kommen wir zügig und ohne größere Verzögerungen voran. Am Abend gehen wir an Bord der Fähre nach Trelleborg in Schweden und lassen das Festland hinter uns.

Tag 2

Am Morgen erreichen wir Trelleborg und starten den Tag mit einem schnellen Frühstück in Malmö. Anschließend fahren wir zur ikonischen Øresundsbron (Øresund Bridge), die Malmö mit Kopenhagen verbindet, und bestaunen dieses technische Wahrzeichen der Region – ein Monument, das sich zwischen Meer und Himmel elegant am Horizont verliert. Später legen wir einen kurzen Stopp am Sandstrand von Tylösand mit seiner typisch nordischen Atmosphäre ein. Am Nachmittag ziehen wir uns ins ruhigere Hinterland zurück – in die Gegend um die Stadt Borås, wo wir endlich das Schlafdefizit von der Fähre aufholen.

Tag 3

Wir fahren weiter nordwestlich nach Smögen, einem malerischen Fischerort, bekannt für die hölzerne Promenade Smögenbryggan und seine bunten Häuschen. Wir spazieren am Meer entlang und saugen die sommerliche Küstenstimmung auf. Danach überqueren wir die schwedisch-norwegische Grenze, setzen über den Oslofjord und steuern ins Binnenland Südnorwegens, in die Region Gautefall.

Tag 4

Nach den ersten intensiven Fahrtagen nehmen wir endlich Tempo heraus. Wir landen im Gebirge Setesdalsheiene am See Birtevatn. Der Ort packt uns sofort – Stille, Berge, Wälder und Seen ergeben genau die Atmosphäre, für die wir nach Norwegen gekommen sind. Wir machen kurze Spaziergänge, erkunden die Umgebung und verbringen die Nacht im Zelt – mitten in der nordischen Natur.

Tag 5

Wir unternehmen den Aufstieg auf den Gipfel Kviptefjell (903 m ü. M.) – unschwierig, aber ungemein lohnend. Von oben öffnet sich ein Mosaik aus Seen und Wasserläufen des Setesdalsheiene, das sich in alle Richtungen wie eine natürliche Landkarte Südnorwegens ausbreitet. Zurück im Tal packen wir zusammen und fahren weiter Richtung Lysefjord. Eine Hütte finden wir über inatur.no – das System der Berghütten funktioniert einfach und zuverlässig, was sich einmal mehr bestätigt.

Tag 6

Früh am Morgen erreichen wir Lysebotn, ein kleines Dorf am Ende des Fjords, zu dem eine ikonische, serpentinenreiche Straße hinabführt. Von hier starten wir zu einer der bekanntesten Touren Norwegens – zum Kjeragbolten, dem legendären Felsblock, der zwischen zwei Wänden hoch über dem Lysefjord eingeklemmt ist und zur Ikone der norwegischen Fjorde wurde. Die Blicke auf den Fjord sind so dramatisch, wie wir es uns erhofft hatten. Zurück im Tal nehmen wir die Fähre von Lysebotn Richtung Lauvvik. Unterwegs passieren wir Flørli mit seinen berühmten 4 444 Stufen, und am Abend fahren wir weiter in die Gegend von Tau nahe Stavanger.

Tag 7

Von Tau geht es weiter nach Norden, und wir nutzen die elektrische Fähre zwischen Hjelmeland und Nesvik – eine leise, moderne Überfahrt, die fast futuristisch wirkt. Wir halten am Blåsjø, dem größten Stausee Norwegens, der in einer rauen Hochgebirgslandschaft liegt und mit seiner Weite und Abgeschiedenheit eher an ein nordisches Binnenmeer erinnert als an eine klassische Talsperre. Am Nachmittag besuchen wir die Aussichtplattform Stegastein über Aurland und fahren anschließend durch den Lærdalstunnel (24,5 km), den längsten Straßentunnel der Welt – ein Erlebnis, das länger dauert, als man erwartet.

Tag 8

Wir fahren über den Sognefjellet-Pass auf der Straße 55 und erreichen Jotunheimen – Norwegens höchste Berge. Unser Basislager schlagen wir bei der Hütte Leirvassbu im Leira-Tal auf. Das Gebirge wirkt rau und majestätisch, und obwohl es viele anspruchsvollere Touren gäbe, wählen wir ein vernünftiges Tempo und ein vergleichsweise einfaches Ziel – den Gipfel Kyrkja.

Tag 9

Wir bleiben im Inland und verbinden Erholung mit dem Auffüllen der Vorräte. Zwischendurch unternehmen wir einen Ausflug an den See Aursjøen im Nationalpark Dovrefjell–Sunndalsfjella. Der See liegt auf 856 m ü. M. und seine Lage zwischen den Bergen verleiht ihm einen dramatischen Charakter.

Tag 10

Wir fahren nach Åndalsnes, dem Tor zum beliebten Romsdalseggen-Grat, einer der fotogenischsten und meistbegangenen Panoramarouten Norwegens. Wir nutzen die Romsdalen Gondola und folgen dem Grat in Richtung Mjølvafjellet (1216 m ü. M.). Die Ausblicke auf das Romsdalen, den Fluss Rauma und die umliegenden Gletscher gehören zu den schönsten der gesamten Tour.

Tag 11

Nach einem langen Schlaf fahren wir weiter nach Ålesund, berühmt für seine Jugendstilarchitektur und den Blick vom Hügel Aksla. Anschließend nehmen wir die Straße 659 über eine Reihe von Inseln, wo moderne Infrastruktur aus Brücken und Tunneln sensibel mit der traditionellen Fischereiwelt an Norwegens Küste verschmilzt. Wir entdecken stille Strände, kleine Häfen und eine authentische Küstenatmosphäre abseits der großen Besucherströme.

Tag 12

Auf der Insel Harøya steigen wir auf den Harøyburet (156 m ü. M.) und genießen den Blick auf die offene See. Mit der Fähre geht es zurück aufs Festland, und wir steuern die Atlantic Ocean Road mit der ikonischen Storseisundbrua an. Den Abend beschließen wir in der Stadt Kristiansund.

Tag 13

Ein längerer Fahrtag bringt uns über Trondheim weiter nach Norden, in die Gegend von Harran. Wir nutzen den Tag, um Strecke zu machen und uns zu erholen – die nächsten Ziele liegen weit auseinander.

Tag 14

Am Morgen nehmen wir die Fähre zur Insel Leka. Die Insel fasziniert mit ihrer geologischen Einzigartigkeit – Gesteine der ozeanischen Kruste treten an die Oberfläche und verleihen der Landschaft einen völlig eigenen Charakter. Nach ein paar Stunden Entdecken setzen wir die Fahrt nach Norden fort, bis nach Mo i Rana.

Tag 15

Wir fahren weiter nach Bodø – mit zwei markanten Stopps. Zuerst besuchen wir das Marble Castle (Marmorslottet) am Fluss Glomåga, wo das Wasser ungewöhnliche Marmorformationen geschaffen hat. Anschließend überqueren wir den Polarkreis im Arctic Circle Centre. Am Abend gehen wir in Bodø auf die Fähre zur Insel Værøy.

Tag 16

Auf Værøy erkunden wir den nördlichen Teil der Insel, dramatische Klippen und einsame Strände, und wir steigen auf den Gipfel Håen (438 m ü. M.). Die Insel wirkt wild und ruhig zugleich. Am Abend bringt uns die Fähre weiter zu den Lofoten nach Moskenes.

Tag 17

Nach der nächtlichen Ankunft auf Moskenesøy suchen wir bei Reine einen Platz zum Zelten. Später steigen wir auf den Ryten, einen der beliebtesten Aussichtsberge der Lofoten (543 m ü. M.), von dem sich der ikonische Blick auf den Strand Kvalvika öffnet. Den Abend lassen wir in Stamsund ausklingen.

Tag 18

Wir folgen der E10 Richtung Svolvær. Halt im Ort Henningsvær, berühmt für wohl den ikonischsten Fußballplatz der Welt. Nächster Stopp: die Vågan kirke (Lofoten-Kathedrale). Danach setzen wir mit der Fähre auf die Insel Skrova über, wo wir Strände und den Leuchtturm Skrova fyr erkunden. Den Tag beschließen wir mit der Weiterfahrt nach Narvik über die Hålogalandbrücke.

Tag 19

Wir treten die Rückreise an. Auf der E10 verlassen wir Norwegen in Richtung Schweden. Stopp im Masugnsbyns naturreservat, anschließend überqueren wir den Polarkreis erneut bei Juoksengi. Den Abend verbringen wir am Fluss Torne, am Strand Svansteins beach.

Tag 20

Wir fahren nach Finnland und weiter nach Rovaniemi. Wir besuchen das Santa Claus Village am Polarkreis und fahren später weiter in die Region Vaasa.

Tag 21

Wir erkunden den Kvarken-Archipel (UNESCO) – ein einzigartiges Naturphänomen, bei dem sich das Land jedes Jahr ein wenig aus dem Meer hebt und neue Inseln und Flachwasserzonen entstehen. Über die Raippaluoto Bridge gelangen wir auf die Insel Björkö und gehen den bequemen Rundweg um den See Bodvattnet. Die Region ist bekannt für ihr postglaziales Landheben – und für ihre ruhige Atmosphäre.

Tag 22

Wir fahren nach Helsinki, schlendern über den Marktplatz und zum Dom. Am späten Nachmittag gehen wir an Bord der Fähre nach Tallinn.

Tag 23 und 24

Der Morgen gehört Tallinn und seiner historischen Altstadt mit der Alexander-Newski-Kathedrale auf dem Domberg Toompea. Danach geht es im Transit durch Lettland, Litauen und Polen zurück in die Slowakei. Nach insgesamt 23 Tagen, 8 Ländern und 8 340 Kilometern endet unser Roadtrip durch den Norden.


Eckdaten der Route

Der Roadtrip dauert 24 Tage, führt durch 8 Länder und verbindet Fjorde, Inseln, ikonische Straßen, Tunnel und ausgewählte Bergtouren. Die Route lässt sich je nach Zeit, Energie oder Vorlieben anpassen – etwa mit mehr Tagen auf den Lofoten, weniger Fahrstrecken oder anspruchsvolleren Gipfeln in Jotunheimen.