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Die Salzpfanne Salar de Uyuni ist eines der ikonischsten Ziele Boliviens und für viele der Hauptgrund, hierher zu reisen. Auch wir wollten uns diesen Hotspot nicht entgehen lassen – obwohl diesmal unser Reisebegleiter Ibo mit dabei ist. Wie sich herausstellte, ist ein Ausflug auf den Salar de Uyuni mit Hund absolut möglich — man muss nur mit ein paar Kompromissen rechnen.

Coquesa – das ruhige Tor zum Norden der Salzpfanne

Die Nacht vor dem Ausflug verbrachten wir im Dorf Coquesa, direkt am Rand der Salzpfanne. Am Morgen wachen wir mit Blick auf den majestätischen Vulkan Tunupa auf, der den gesamten Nordrand des Salar dominiert. Der Norden ist touristisch weniger bekannt – ein großes Plus für uns, denn wir entdecken gern Orte, die noch nicht vom Tourismus überlaufen sind. Gleichzeitig läuft hier vieles etwas „bolivianisch“ und improvisierter ab — Tourbüros an jeder Ecke wie in der Stadt Uyuni gibt es hier nicht.

Da wir mit unserem Mietwagen nicht über die Salzpfanne fahren dürfen (Gefahr des Einsinkens und Salzschäden), organisierten wir – mit Hilfe der Hotelcrew – schon am Vortag einen Guide mit geeignetem Wagen, der auch Hunde mitnimmt. Und es klappte — per WhatsApp, buchstäblich in letzter Minute. Für rund 110 USD pro Person waren Guide, Auto, alle Eintritte und das Mittagessen inklusive. Und Ibo? Kein Problem, er durfte mit… und natürlich gratis. Perfekt! Am Morgen, nach dem Frühstück im Hotel, wartete unser Guide bereits auf dem Parkplatz, samt blitzblankem Toyota Land Cruiser.

Höhlen und Museum – Einstieg in Kultur und Geschichte vor Ort

Unser erster Stopp war an der Cueva de las Momias, nur wenige Kilometer von unserer Unterkunft entfernt, an den Hängen des Tunupa. In der Höhle sind natürlich mumifizierte Überreste der Ureinwohner erhalten. Der Ort ist schlicht, aber sehr eindrucksvoll – und schon hier eröffnen sich schöne Ausblicke über die Salzpfanne.

Weil es ein spirituell bedeutender Ort ist, ließen wir Ibo diesmal im Auto. Draußen war es am Morgen angenehm kühl, also kein Problem. Der gesamte Besuch inklusive kurzem Abstecher dauerte etwa 45 Minuten.

Weiter ging es in das kleine Museum im Dorf, wo uns der Guide auf Spanisch lokale Traditionen und Lebensweisen erklärte. Auch wenn wir nicht alles verstanden, halfen die Exponate, das Bild vom Leben in dieser abgelegenen Region zu vervollständigen. Auch diesen Programmpunkt ließ Ibo aus — Museen sind einfach nicht sein Ding. 😄

Eintritt in die Salzpfanne – endlose weiße Horizonte

Als wir mit dem Wagen auf die Salzpfanne fuhren, fehlten uns kurz die Worte. Eine endlose, weiße Ebene in alle Richtungen, keine Kurven und keine Anhaltspunkte — nur reine Leere. In der Trockenzeit ist die Oberfläche hart wie Beton, während sie in der Regenzeit von einer mehrere Zentimeter tiefen Wasserschicht bedeckt ist, die hier den größten natürlichen Spiegel der Welt entstehen lässt.

Mittagessen mitten im Nichts

Nach ein paar Kilometern hielt der Guide mitten im Nichts, klappte Tisch und Stühle auf, dazu Wein und Bier, und servierte ein warmes Mittagessen. Grelle Sonne, völlige Ruhe und absolute Windstille — ein surrealer Moment, den man nicht alle Tage erlebt.

Mit Ibo gingen wir nur kurz Gassi. Der Boden besteht aus reiner Salzkruste, die für seine Pfoten nicht ideal ist. Wer mit Hund herkommt, sollte unbedingt Schutzschuhe (Booties) einpacken — Ihr Vierbeiner wird es Ihnen danken und kann sich hier unbeschwert bewegen.

Nach dem hervorragenden Mittagessen machen wir noch ein paar experimentelle Fotos. Der endlose weiße Horizont lädt zu Perspektivspielereien ein — und ein Glas Wein oder Bier kurbelt die Kreativität merklich an. 😄

Isla Incahuasi – Insel der jahrtausendealten Kakteen

Unser Tag ist damit längst nicht zu Ende. Unsere Räder — und vor allem unser Guide — bringen uns zur Isla Incahuasi, einer Koralleninsel mitten im Salzmeer, übersät mit uralten Kakteen. Der Ort steht in starkem Kontrast zu dem stillen Norden, aus dem wir gerade kommen. Während das Nordufer ruhig und fast unentdeckt ist, ist die Isla Incahuasi wohl der meistbesuchte Ort der gesamten Salzpfanne (wenn man die Stadt Uyuni außen vor lässt).

Von allen Seiten rollen Jeeps mit Touristen an, und aus der Stille und Leere wird plötzlich ein geschäftiger Ort voller Fahrzeuge und Menschen. Die Insel hat dennoch ihren Reiz — und sie ist groß genug, damit es sich nicht überfüllt anfühlt.

Wir unternehmen den kurzen Aufstieg zum höchsten Punkt der Insel, ebenfalls Incahuasi genannt, auf 3 700 m ü. M. Der Weg ist leicht, in rund 20 Minuten sind wir oben. Auch Ibo, der bisher den Großteil des Tages bequem im Auto verbracht hat, nimmt ihn locker. Oben treffen wir Reisende aus aller Welt, und Ibo wird sofort zur größten Attraktion — einen anderen Hund haben wir hier nicht gesehen. Am Ende beobachten wir, wie ein italienischer Tourist einen japanischen Touristen mit unserem slowakischen Hund fotografiert.

Nach einer kurzen Pause und einem gekühlten Bier an diesem beeindruckenden Ort geht es zurück ins Auto. Bevor wir auf die „Festland“-Seite zurückkehren, steht noch ein letzter Stopp an.

Cueva del Diablo – Legenden am Rand der Salzpfanne

Den Abschluss des Tages bildet die Höhle mit dem dramatischen Namen Cueva del Diablo auf der Insel Isla Phia Phia. Von der Isla Incahuasi sind es nur ein paar Fahrminuten über die Salzfläche, doch plötzlich ist wieder alles ruhig. Keine Touristen, keine Autos — nur wir und ein geheimnisvoller Ort am Ende der Welt.

Der Legende nach war die Höhle Schauplatz von Ritualen und Versteck der Geister; heute ist sie eher ein unauffälliger, aber sehr stimmungsvoller Fotospot mit wundervollem Blick zum Sonnenuntergang. Ein letztes Foto, zurück ins Auto — und eine gute halbe Stunde später sitzen wir wieder im Hotel, wo als köstlicher Schlusspunkt unseres Tages ein Lama-Steak serviert wird.

Salar de Uyuni mit Hund? Warum nicht?!

Der Salar de Uyuni hat uns gezeigt, welche Gegensätze ein einziger Ort vereinen kann: die Stille des Nordens und den Trubel des Zentrums, ein privates Mittagessen mitten im Nichts und ein paar Kilometer weiter Dutzende Jeeps Stoßstange an Stoßstange. Für uns steht fest: Durch Bolivien mit Hund zu reisen ist nicht nur möglich, sondern ungemein bereichernd. Es erfordert zwar etwas mehr Planung und Umsicht, doch das Gefühl, gemeinsam inmitten der größten Salzpfanne der Welt zu stehen, ist jede Mühe wert.


Fakten zum Salar de Uyuni

Fläche: ca. 10 582 km² — größer als der gesamte Verwaltungsbezirk Banská Bystrica
Höhe der Salzpfanne: etwa 3 650 m ü. M.
Dicke der Salzschicht: von 2 bis 10 Metern
Jährliche Besucherzahl: rund 300 000 Reisende, vor allem aus Europa und Asien
Beste Reisezeit:
  — Trockenzeit (Juni – Oktober): geometrische „Salzplatten“ und Fahren über die Salzpfanne
  — Regenzeit (Dezember – April): Effekt „Spiegel der Welt“