
Die Kanarischen Inseln gehören zu den beliebtesten Urlaubszielen Europas. Mit Hund sind sie jedoch keine Selbstverständlichkeit – sie verlangen mehr Planung als der klassische Strand‑Hotelurlaub. Das beständige Wetter, der Atlantik und die vulkanische Landschaft locken das ganze Jahr über. Aber ist das auch eine gute Wahl für eine Reise mit Hund?
Wenn Sie vorhaben, Ihren vierbeinigen Begleiter mit an den Atlantik zu nehmen, sollten Sie die Einreisebestimmungen, die Transportbedingungen, Strandregeln und Gesundheitsrisiken im warmen Klima kennen. In diesem Beitrag fassen wir alles Wichtige zusammen – von der Bürokratie bis zur praktischen Frage, ob dieses Reiseziel für Ihren Hund sinnvoll ist.
Inhaltsverzeichnis
Kann man mit Hund auf die Kanarischen Inseln reisen?
Die Kanarischen Inseln sind eine autonome Region Spaniens und damit Teil der Europäischen Union. Für das Reisen mit Hund heißt das: Es ist eine Reise innerhalb der EU, für die die einheitlichen Regeln aller Mitgliedstaaten gelten.
In der Praxis muss Ihr Hund drei Grundvoraussetzungen erfüllen: Er muss mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein, eine gültige Tollwutimpfung haben und einen EU‑Heimtierausweis besitzen.
Die Tollwutimpfung muss nach dem Einsetzen des Mikrochips erfolgt sein und vor der Reise mindestens 21 Tage alt sein. Diese Angaben werden im Heimtierausweis vermerkt, der als zentrales Reisedokument innerhalb der EU dient.
Reisen Sie etwa aus der Slowakei, aus Tschechien oder aus Österreich, sind weder Quarantäne noch zusätzliche Bluttests erforderlich. Der Verwaltungsaufwand ist damit deutlich geringer als bei einer Einreise aus Nicht-EU-Ländern.
Die gleichen Regeln gelten nicht nur für die Kanaren, sondern für ganz Spanien – Festland und Balearen eingeschlossen.
Ausführliche Erklärungen aller Regeln, inklusive der Unterschiede zwischen Reisen aus EU‑ und Nicht‑EU‑Ländern, finden Sie in unserem separaten Beitrag zu den Einreisebestimmungen mit Hund nach Spanien.
Ist das Reiseziel für Ihren Hund geeignet?
Auf den Kanaren herrscht das ganze Jahr über ein stabiles, warmes Klima. Für Menschen ist das angenehm, für Hunde kann es belastend sein – vor allem in den Sommermonaten. Gehwege, Sand und dunkles Lavagestein heizen sich stark auf.
Andererseits bieten die Inseln viele Naturräume – vulkanische Zonen, Bergwege und Küstenpfade. Mit der richtigen Planung und zur passenden Jahreszeit kann die Destination auch für aktive Hunde spannend sein.
Am geeignetsten sind in der Regel Oktober bis April, wenn die Temperaturen moderater sind und das Risiko einer Überhitzung sinkt.
Wie kommt man mit Hund auf die Kanarischen Inseln?
Mit dem Flugzeug
Für die meisten Reisenden ist das die praktikabelste Option. Direktverbindungen auf die Kanaren starten vor allem vom spanischen Festland (Madrid, Barcelona), von wo aus ganzjährig regelmäßige Flüge gehen. Aus anderen europäischen Städten, darunter Wien oder Prag, sind Verbindungen oft saisonal oder erfordern einen Umstieg.
Kleine Hunde (meist bis 8 kg inklusive Transportbox) dürfen in der Kabine reisen, größere fliegen im Frachtraum in einer IATA‑zugelassenen Box. Ein Platz für den Hund muss immer im Voraus reserviert werden; prüfen Sie zudem die konkreten Bedingungen der Airline.
Air Europa
Air Europa gehört zu den Anbietern, die den Transport von Hunden sowohl in der Kabine als auch im Frachtraum erlauben – abhängig von Gewicht und Abmessungen. Mit dieser Airline haben wir persönliche Erfahrung auf einem Flug nach Südamerika, bei dem auch unser Hund Ibo mitreiste. Buchung, Dokumentencheck und Umgang mit der Transportbox liefen standardisiert und ohne Komplikationen. Für Flüge auf die Kanaren kann Air Europa dank klar definierter Tiertransport‑Regeln eine vernünftige Wahl sein.
Iberia
Iberia verbindet Madrid und Barcelona ganzjährig regelmäßig mit den Kanaren. Kleinere Hunde dürfen nach Anmeldung in der Kabine reisen, größere im Frachtraum. Die Bedingungen variieren je nach Flugzeugtyp und Strecke.
Mit Iberia haben wir auf der Strecke Wien – Madrid – Wien gute Erfahrungen gemacht. Ibo reiste im Gepäckraum in seiner Box; der gesamte Ablauf verlief problemlos. Vor dem Flug mit Iberia empfehlen wir, die Höhe der Gebühr für den Tiertransport direkt am Flughafen zu bestätigen, da die Zahlung bei dieser Airline erst beim Check‑in erfolgt.
Vueling
Als Low‑Cost‑Carrier erlaubt Vueling den Transport kleinerer Hunde in der Kabine gegen Gebühr und innerhalb der Gewichtsgrenzen. Größere Hunde werden in der Regel nicht im Frachtraum befördert. Prüfen Sie die aktuellen Regeln vor der Buchung.
Eurowings
Eurowings befördert kleinere Hunde in der Kabine in einer Transportbox; es gelten Gewichts‑ und Größenlimits. Größere Tiere werden nicht auf allen Strecken im Frachtraum transportiert, daher sollten Sie die konkrete Verbindung individuell prüfen.
Smartwings
Smartwings transportiert Hunde nach vorheriger Anmeldung – je nach Größe in der Kabine oder im Frachtraum. Wichtig ist eine frühzeitige Reservierung, da die Zahl der Tiere an Bord begrenzt ist.
Binter Canarias
Binter Canarias ist ein Regionalanbieter mit Verbindungen vor allem zwischen den Kanarischen Inseln sowie zwischen den Inseln und dem spanischen Festland. Kleinere Hunde dürfen in der Kabine reisen (in der Regel bis 8 kg inklusive Transportbox mit Maximalmaßen von etwa 45 × 35 × 25 cm) gegen Gebühr. Größere Hunde können im Frachtraum in einer IATA‑zugelassenen Box befördert werden, sofern sie die Gewichts‑ und Sicherheitsanforderungen erfüllen. Die Mitnahme muss im Voraus angemeldet werden; die Verfügbarkeit eines Tierplatzes steht unter Vorbehalt der Bestätigung durch die Airline.
Ryanair
Ryanair befördert gewöhnlich keine Haustiere, ausgenommen zertifizierte Assistenzhunde. Wenn Sie mit Hund reisen, ist dieser Anbieter nicht geeignet.
easyJet
Auch easyJet befördert keine Haustiere (außer Assistenzhunden). Für eine Reise auf die Kanaren mit Hund sollten Sie daher eine andere Airline wählen.
Mit der Fähre
Alternativ können Sie mit dem Auto nach Südspanien fahren und anschließend mit der Fähre auf die Kanarischen Inseln übersetzen. Die Überfahrt dauert je nach Route etwa 28 bis 36 Stunden.
Vorteil: Sie haben Ihr eigenes Auto dabei und vermeiden den Stress einer Flugreise. Nachteil: sehr lange Anreise und insgesamt höhere Kosten.
Sind Sie erst auf den Kanaren, verkehren auch zwischen den einzelnen Inseln regelmäßige Fähren. Sie verbinden zum Beispiel Teneriffa mit Gran Canaria, Lanzarote mit Fuerteventura oder kleinere Inseln wie La Gomera und La Palma mit den Hauptzentren.
Die Mitnahme von Hunden ist auf den meisten Fährverbindungen möglich, muss jedoch bereits bei der Buchung angegeben werden. Die Bedingungen unterscheiden sich je nach Reederei und Schiffstyp. Kleinere Hunde dürfen teils in der Transportbox beim Besitzer bleiben, größere werden in ausgewiesenen Bereichen oder Kennelboxen untergebracht. Auf einigen längeren Routen lassen sich sogar haustierfreundliche Kabinen buchen.
Auch auf der Fähre benötigen Sie den Heimtierausweis; zudem muss der Hund unter Kontrolle bleiben – in der Regel an der Leine, teils mit Maulkorb gemäß den Vorgaben der jeweiligen Reederei.
Strände und unterwegs mit Hund
Nicht alle Strände auf den Kanaren sind hundefreundlich. Auf jeder Insel gibt es ausgewiesene Abschnitte, in denen Hunde erlaubt sind – häufig kleinere, steinigere oder weniger frequentierte Küstenstücke.
In Städten gilt Leinenpflicht, bei einigen Rassen kann zusätzlich ein Maulkorb vorgeschrieben sein. Planen Sie einen klassischen Strandurlaub mit Liegen im Sand, prüfen Sie vorab genau, an welchen Stränden Hunde erlaubt sind.
Bedenken Sie zudem, dass sich Sand und dunkle Felsen im Sommer schnell aufheizen. Spaziergänge deshalb am besten frühmorgens oder abends einplanen.
Unterkünfte mit Hund
Auch wenn wir auf den Kanaren bislang keine eigene Unterkunftserfahrung mit Hund haben, zeigt bereits die Online‑Suche: Haustierfreundliche Optionen machen nur einen kleineren Teil des Gesamtangebots aus. Nicht jede verfügbare Unterkunft akzeptiert automatisch Hunde. Beginnen Sie daher frühzeitig mit der Suche und filtern Sie direkt nach den Bedingungen für Haustiere.
Zur Auswahl stehen haustierfreundliche Hotels, Apartments sowie private Unterkünfte über Plattformen wie Airbnb.
Üblich sind Gewichtsbeschränkungen (oft 10–15 kg), ein Zuschlag von etwa 10–25 € pro Nacht sowie Zutrittsverbote für Hunde zu Pool‑ oder Restaurantbereichen.
Praktisch ist meist ein Apartment mit eigenem Eingang oder Terrasse – so lässt sich der Tagesablauf leichter an die Bedürfnisse des Hundes anpassen.
Risiken und Krankheiten
Auf den Kanaren herrschen andere Bedingungen als in Mitteleuropa. Zu den gesundheitlichen Risiken zählen insbesondere die Leishmaniose, übertragen durch Sandmücken, sowie die Dirofilariose (Herzwürmer), übertragen durch Stechmücken.
Ein weiteres Risiko sind Überhitzung und Dehydrierung, vor allem in den Sommermonaten.
Sprechen Sie vor der Reise mit Ihrem Tierarzt über Prävention, nutzen Sie ein repellierendes Halsband oder Spot‑on gegen Insekten und sorgen Sie für ausreichend Schatten und Wasser. Spaziergänge in heißen Monaten lieber außerhalb der wärmsten Tagesstunden planen.
Tierärztliche Versorgung
Die tierärztliche Versorgung ist auf den Kanarischen Inseln grundsätzlich gut, besonders in größeren Städten und Urlaubsgebieten wie Santa Cruz de Tenerife oder Las Palmas. Auf den Hauptinseln gibt es reguläre Praxen und Kliniken mit Diagnostik (Röntgen, Labor), in touristischen Zonen wird oft auch Englisch gesprochen.
Abseits der größeren Orte oder auf kleineren Inseln kann die Verfügbarkeit von Notdiensten jedoch eingeschränkt sein. Wenn Sie abseits der Zentren wohnen, recherchieren Sie am besten vorab die nächstgelegene Tierklinik und speichern Sie die Kontaktdaten.
Sinnvoll sind zudem eine kleine Erste‑Hilfe‑Ausrüstung für den Hund und eine Reiseversicherung, die auch tierärztliche Behandlungen im Ausland abdeckt. So sind Sie bei gesundheitlichen Problemen ohne unnötigen Stress handlungsfähig.
Welche Insel eignet sich für den Urlaub mit Hund?
Wenn Sie die Kanaren mit Hund ins Auge fassen, lohnt sich auch die Wahl der konkreten Insel.
Teneriffa bietet die breiteste Infrastruktur, viele Services und die Mischung aus Bergen und Küste. Gran Canaria ist ausgewogen in puncto Erreichbarkeit, Natur und Unterkünften. Lanzarote ist trockener und stärker vulkanisch geprägt, mit weniger Schatten – an heißen Tagen ein limitierender Faktor. Fuerteventura ist offen und windig, mit weitläufigen Stränden, die jedoch nicht immer hundefreundlich sind.
Für die Entscheidung zählen Temperaturen, geplante Aktivitäten und die Verfügbarkeit hundefreundlicher Unterkünfte.
Fazit
Ein Urlaub mit Hund auf den Kanarischen Inseln kann gut funktionieren, wenn Ihr Hund ans Reisen gewöhnt ist, Sie die größte Sommerhitze meiden und den Tagesablauf an die Wärme anpassen.
Weniger geeignet ist er für hitzeempfindliche Rassen oder wenn Sie einen reinen Strandurlaub planen, ohne Ausweichmöglichkeiten auf hundefreundliche Strände.
Mit guter Vorbereitung können die Kanarischen Inseln jedoch eine angenehme und spannende Destination für den Urlaub mit Hund sein.
FAQ – die häufigsten Fragen
Braucht der Hund einen Pass?
Ja. Bei einer Reise innerhalb der EU muss der Hund einen EU‑Heimtierausweis, einen Mikrochip und eine gültige Tollwutimpfung haben.
Kann man mit Hund in der Kabine fliegen?
Ja, aber in der Regel nur bis zu einem bestimmten Gewicht inklusive Transportbox (meist bis 8 kg). Die Bedingungen unterscheiden sich je nach Fluggesellschaft.
Sind die Strände auf den Kanarischen Inseln hundefreundlich?
Nur einige. Auf jeder Insel gibt es ausgewiesene Abschnitte, aber nicht an allen Stränden. Prüfen Sie die konkreten Regeln vor der Reise.
Ist Leishmaniose ein reales Risiko?
Ja, die Krankheit kommt auf den Kanaren vor. Ein wirksamer Insektenschutz und ein Beratungstermin beim Tierarzt vor der Reise sind daher sinnvoll.
