
Nach der Tour auf den Ryten wachen wir im Städtchen Stamsund auf und beschließen, den Tag dem Weiterweg Richtung Narvik zu widmen. Die Wettervorhersage macht klar, dass es keinen Sinn hat, noch etwas Größeres anzugehen. Wir gönnen uns stattdessen eine kurze Pause auf der Insel Skrova. Keine große Schleife, kein ambitionierter Plan – eher ein Zwischenstopp, um die Lofoten noch einmal aus einem etwas anderen Blickwinkel zu erleben.
Entspannt auf der Fähre

Auf die Insel Skrova setzen wir mit der Fähre über. Die Überfahrt ist ruhig und wirkt nach den vergangenen Tagen voller Fahrerei überraschend entschleunigend. Ibo hat sich an diese dröhnenden Maschinen längst gewöhnt – Fähren gehören für ihn ganz selbstverständlich zum Reisen.
Während der Überfahrt öffnet sich der Blick auf die Kirche von Vågan, oft auch „Lofoten-Kathedrale“ genannt. Das Holzgebäude aus dem späten 19. Jahrhundert zählt zu den größten Holzkirchen Nordnorwegens und wirkt durch seine Lage am Wasser und die markante Silhouette ausgesprochen fotogen.
Leuchtturm Skrova fyr
Kurz vor dem Anlegen taucht auch der Leuchtturm Skrova fyr auf. Neben dem Turm steht hier eine Wetterstation, die seit 1954 ununterbrochen die Lufttemperatur misst. Errichtet wurde der Leuchtturm in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts; bis heute ist er ein markanter Orientierungspunkt in diesem Teil der Lofoten.
Strand Hattvika

Skrova fällt auf den ersten Blick durch die typische nordische Architektur auf. Die Häuser sind gepflegt und farbenfroh, der ganze Ort wirkt sehr sauber und gut in Schuss. Alles verströmt Ruhe und eine gewisse Frische – als ob die Zeit hier langsamer verliefe.
Eine der netten Überraschungen auf Skrova sind seine Strände – hier oben rechnet man damit nicht unbedingt. Einen davon nehmen wir uns vor: den Strand Hattvika. Wir parken das Auto an der Kreuzung der Straßen Hattvika und Kuholmveien, nur ein paar Fahrminuten vom Hafen entfernt. Von dort geht es auf einer kurzen, angenehmen Strecke zu Fuß weiter, natürlich mit Ibo. Die Tour ist eine einfache Hin-und-zurück-Strecke von etwa 2,8 km mit minimalen Höhenmetern. Insgesamt braucht man in entspanntem Tempo rund 50–60 Minuten, kurze Stopps inbegriffen. Der Weg ist unkompliziert, gut zu gehen und ohne technische Passagen – ideal auch für weniger geübte Wanderer oder einen Ausflug mit Hund.

Nach gut einem Kilometer auf einem Feldweg biegt der Pfad rechts ab und führt als schmaler Steig hinunter zum Strand. Manche Blicke lassen uns kurz denken, wir seien plötzlich in Thailand gelandet. Erst die Berge im Hintergrund holen uns rasch zurück: Wir sind immer noch auf den Lofoten, in Nordnorwegen. Nachdem wir die Szenerie aufgesogen haben, drehen wir um und folgen dem gleichen Weg zurück zum Auto. Dann geht es zügig zum Hafen, damit wir die Fähre zurück nach Stamsund erwischen.
Kurzer, aber gelungener Stopp
Der Stopp auf Skrova war kurz, aber sehr angenehm. Ein idealer Ort, um das Tempo herauszunehmen, kurz spazieren zu gehen und zwischen längeren Etappen den Rhythmus zu wechseln. Ein schöner Bonus: Die Fähre nach Skrova ist kostenlos – diese kleine Abzweigung lohnt sich also tatsächlich. So bleibt Skrova für uns eine schöne Episode auf dem Weg weiter nach Norden, Richtung Narvik.
