
Der Romsdalseggen Ridge ist ein bekannter Gebirgsgrat und eine Wanderroute in Westnorwegen, oberhalb der Stadt Åndalsnes in der Region Romsdal. Es ist eine aussichtsreiche Gratwanderung mit dramatischen Ausblicken auf Fjorde, Täler und die Gipfel der Romsdalsalpen. Die Route ist bei Wandernden aus aller Welt beliebt und taucht regelmäßig in Bestenlisten der schönsten Touren Europas auf.
Im Sommer 2024 haben wir einen großen Teil dieses ikonischen Grates selbst erkundet – und natürlich auch unserem Hund Ibo dieses Erlebnis gegönnt.
Seilbahn Romsdalsgondolen
Wir fuhren ins Küstenstädtchen Åndalsnes, wo wahrscheinlich eine der bekanntesten Wanderungen Norwegens beginnt. Ein großer Vorteil dieser Tour: Man kann sie mit der Seilbahn Romsdalsgondolen, die direkt im Stadtzentrum startet, deutlich abkürzen. Wer darauf verzichtet, steht vor einem recht steilen, mühsamen Anstieg auf einem Pfad direkt aus der Stadt hinauf zum Nesaksla, wo die Bergstation der Gondel liegt.

Wenn Sie die Gondel nutzen, kostet ein Ticket für die Hin- und Rückfahrt rund 47 € pro Person. Kaufen lässt es sich online auf der offiziellen Seite https://www.romsdalsgondolen.no oder direkt an der Seilbahn. Angenehmer Bonus: 10 % Rabatt auf den Ticketpreis, wenn Sie sich für den Newsletter auf der Website anmelden. Für uns war jedoch ein anderer Hinweis noch wichtiger – Hunde fahren in der Gondel kostenlos.
Für Ibo war schon die Gondelfahrt ein Erlebnis. Anfangs war ihm das sanfte Schaukeln der Kabine nicht ganz geheuer, am Ende hat er alles souverän gemeistert. In der Gondel suchten wir uns bewusst einen Platz in der äußersten Ecke, um mögliche Störfaktoren wie Kinder oder andere Hunde zu minimieren. Ohne Anstrengung brachte uns die Gondel auf rund 700 m ü. M., und schon während der Fahrt öffneten sich weite Ausblicke auf Åndalsnes, die Küste und die dramatische Bergkulisse.
Über den Grat – mit Hund

Die eigentliche Route auf dem Romsdalseggen Ridge ist sehr übersichtlich, hervorragend markiert und führt die meiste Zeit direkt über den Grat. Aus unserer Sicht ist sie auch mit Hund gut machbar und sicher – was sich bei ähnlich ausgesetzten Touren nicht immer sagen lässt.
Wir trafen nur auf wenige, kurze und exponiertere Passagen. Diese sind jedoch stets gut gesichert, technisch wenig anspruchsvoll und bergen in der Praxis kein großes Verletzungsrisiko. Zur Sicherheit nahmen wir Ibo an solchen Stellen immer an die Leine. Selbstverständlich trug er auch auf dieser Tour ein Geschirr statt eines klassischen Halsbands – in auch nur mäßig ausgesetztem Gelände ist das für uns Pflicht.
Auf dem Grat liegen mehrere kleine Seen, die vor allem Ibo zugutekamen – er nutzte sie sofort zur Erfrischung. Das Wetter war trotz der eher mäßigen Prognosen ausgezeichnet.

Turbo-Ausblicke
Die Wolken hingen hoch, sodass wir fast durchgehend freie Sicht hatten – und die ist hier wirklich spektakulär. Unter uns lag das Romsdalen, durch das der Fluss Rauma fließt. Er mündet weiter unten in den Midfjorden. Deutlich war zu sehen, wie viele Nährstoffe der Fluss aus dem Landesinneren heranträgt – auf fast jeder ebenen Fläche im Tal wird etwas angebaut.
Bunte Felder bilden einen starken Kontrast zu den schroffen, fast alpin wirkenden Gipfeln ringsum. Ikonisch sind die Mäander der Rauma, die sich durch den Talboden des Romsdalen winden.
In der Ferne sind auch umliegende Gletscher zu sehen, die dem Landstrich seinen rauen, nordischen Charakter verleihen. Wohin man auch blickt: ein fotogener Anblick reiht sich an den nächsten.
Gipfel Mjølvafjellet
Unser Ziel war der Gipfel Mjølvafjellet auf 1216 m ü. M., den wir am Ende ohne große Probleme erreichten. Allerdings war der Pfad auf den letzten Metern vor dem Gipfel etwas unwegsamer, stellenweise lagen scharfkantige Steine auf dem Weg. In diesen meist kurzen Abschnitten habe ich Ibo vorsichtshalber mit der Hand am Geschirr gesichert.

Auf dem Mjølvafjellet (1216 m ü. M.) verbrachten wir knapp eine Stunde. Der Gipfel ist recht weitläufig, was paradoxerweise etwas weniger dramatische Tiefblicke ins Tal bietet als in früheren Passagen der Tour. Dafür öffnet sich von here ein schöner Blick auf die Fortsetzung des Romsdalseggen-Grats in Richtung der Gipfel Blånebba und des deutlich niedrigeren Holstind.
Die etwas eingeschränkten Tiefblicke habe ich locker mit der Drohne kompensiert – das ruhige Wetter erlaubte mir, den Gipfel von allen Seiten zu umfliegen und ein paar ikonische Aufnahmen zu machen.

Rückweg zur Gondel
Aus Zeitgründen setzten wir den Grat nicht weiter fort und kehrten auf demselben Weg zur Bergstation der Seilbahn zurück. Die Gondel fährt in kurzen Intervallen, sodass wir auf die Rückfahrt nach Åndalsnes nicht lange warten mussten.
Fazit
Auch wenn wir uns vorab viele Informationen zur Tour auf dem Romsdalseggen Ridge aus dem Internet geholt hatten, nichts ersetzt die eigene Erfahrung. Die Ausblicke sind wirklich überwältigend, und dank der Seilbahn ist es eine vergleichsweise wenig anstrengende, dabei äußerst eindrucksvolle Wanderung.
Mit Hund waren wir zwar eher die Ausnahme, aber nicht die Einzigen. Den Romsdalseggen Ridge können wir daher ohne Zögern auch aktiven Wandernden mit Hund empfehlen, die eine sichere Gratwanderung mit einigen der schönsten Ausblicke Norwegens suchen.
Die wichtigsten Fakten zur Tour
- Lage: Åndalsnes, Region Romsdal, Westnorwegen
- Name der Route: Romsdalseggen Ridge
- Ausgangspunkt: Stadtzentrum Åndalsnes / Bergstation der Seilbahn Romsdalsgondolen (Nesaksla)
- Höchster Punkt: Mjølvafjellet – 1216 m ü. M.
- Höhenunterschied: ca. 900–1000 m (deutlich weniger bei Nutzung der Seilbahn)
- Streckenlänge: je nach Variante; unser Hin- und Rückweg 8 km (ca. 4 Stunden)
- Schwierigkeit: mittel, stellenweise kurz ausgesetzt
- Geeignet für Hunde: ja, bei vernünftiger Vorsicht sowie mit Leine und Geschirr
