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Der Vošac (1421 m) zählt zu den am leichtesten erreichbaren Gipfeln des Gebirges über Makarska, kann im Sommer aber äußerst fordernd sein – besonders mit Hund. Es ist einer der wenigen klar erkennbaren Gipfel, die ins Auge fallen, sobald man vom Strand in Makarska auf das Biokovo blickt. Seine Silhouette steht markant und freistehend da, als würde sie direkt über der Stadt thronen.

Wir entschieden uns für die Route vom Dorf Kotišina oberhalb von Makarska mit Abstieg nach Makar. Wir brachen früh auf, noch im Dunkeln. Ich mit Stirnlampe, Ibo mit seiner hundeeigenen Nachtsicht. Im Sommer sind hier die Tagestemperaturen für solche Touren extrem hoch – ohne sehr frühen Start wäre das sinnlos gewesen.

Ausgangspunkt: Kotišina oberhalb von Makarska

Ab Kotišina steigt der Pfad praktisch sofort steil an. Die ersten Meter führen in Serpentinen über steiniges Gelände. Die Steigung ist deutlich und fordert einen ohne jede Aufwärmphase sofort heraus.

Noch vor Sonnenaufgang begrüßt uns auf dem Weg eine Gämse. Ich entdecke sie zuerst – ein paar Dutzend Meter über uns, reglos, als würde sie uns still taxieren. Im Morgendämmerlicht wirkt sie fast symbolisch, wie eine Wächterin des Berges. Bis Ibo sie bemerkt, ist sie längst zwischen den Felsen verschwunden.

Bis auf etwa 750 m ü. M. steigen wir ununterbrochen auf. Der Weg ist gut markiert und leicht zu finden, körperlich aber intensiv. Erst in dieser Höhe flacht das Gelände erstmals etwas ab und wir erreichen einen stärker bewaldeten Abschnitt.

Hier beginnt mein persönlicher Kampf – Spinnweben. Ein früher Start heißt, wir sind die Ersten auf der Strecke. Die Netze spannen sich quer über den Pfad und landen mir regelmäßig im Gesicht. Nach einer Weile nehme ich einen Ast in die Hand und halte ihn vor mir her. Nicht elegant, aber wirkungsvoll.

Auf dieser Höhe wird es allmählich hell. Das Licht flutet langsam die Hänge des Biokovo und den Blick aufs Meer. Wir gönnen uns einen kurzen Moment, dann steigen wir weiter – wir wollen der Mittagshitze entgehen und verlieren keine Zeit.

Aufstieg zum Hochplateau des Biokovo

Von 750 m ü. M. steigen wir weiter bis auf rund 1300 m. Die Steigung nimmt erneut zu, stellenweise wird es richtig steil. Der Wald lichtet sich und wir erreichen das Hochplateau des Biokovo.

Hier steigt der Weg nicht mehr so stark an, sondern quert eher und umrundet sanfte Kuppen in Richtung des Sattels Štrbina. Das Gelände ist offen, überwiegend grasig. Den Schatten des Biokovo lassen wir endgültig hinter uns. Für den Rest des Tages scheint die Sonne nahezu ununterbrochen auf uns.

Wasserplanung

Für die Tour nahm ich etwas mehr als drei Liter Wasser mit. Bei jeder Pause biete ich Ibo Wasser aus dem Napf an, meist lehnt er ab. Nach und nach merke ich, dass er eher trinkt, wenn ich ihm direkt aus dem Schlauch meines Camelbaks gebe. Das funktioniert hervorragend, hat aber einen Haken: Dabei gehen relativ große Mengen verloren. Ein Teil läuft daneben, etwas landet auf Ibo, etwas auf dem Boden. Und genau hier wird mir das erste Problem klar: Die Menge, die ich für ausreichend hielt, könnte nicht reichen.

Vom Sattel Štrbina abseits der Markierung zum Gipfel

Vom Sattel Štrbina gehen wir direkt abseits des markierten Weges Richtung Vošac. Der Gipfel ist bereits in Sicht, doch die Sonne wird kräftig und der Anstieg wieder steiler. Ich weiß, dass uns noch ein weiter Rückweg bevorsteht und dass die Temperatur beim Abstieg weiter steigen wird.

Um Ibo Kraft zu sparen, nehme ich ihn auf den Arm und trage ihn die letzten Meter. Ich habe das Gefühl, er hat diese Geste wirklich zu schätzen gewusst. Wenige Minuten später stehen wir am Gipfel.

Gipfel Vošac (1421 m)

Der Gipfel ist weitläufig, dazu steht hier die Hütte Planinarski dom ‚Toni Roso‘. Die Ausblicke sind genau so, wie man sie vom Biokovo erwartet – die Makarska-Riviera unter uns, Meer und Inseln am Horizont. Am markantesten ist Brač. In der Gegenrichtung zeichnet sich der Sveti Jure mit dem Sendemast auf dem Gipfel ab. Er ist der höchste Berg des Massivs.

Ich versuche, mit der Drohne zu starten, doch nach ein paar Minuten eilt eine verschlafene Wanderin aus der Hütte und bittet mich höflich, hier nicht mit der Drohne zu brummen – drinnen schlafen noch Leute. Verständlich. Weil wir so früh los sind, sind wir hier oben zu einer Zeit, in der die meisten noch schlafen. Also landet die Drohne, und wir machen uns an den Rückweg.

Abstieg ins Dorf Makar: die kürzeste Option

Ich schaue auf die Karte und bewerte die Lage – bei dieser Hitze ist es vernünftig, den kürzesten Weg zurück in die Zivilisation zu wählen. Vom Sattel Štrbina steigen wir daher direkt hinab ins Dorf Makar.

Auch wenn es die kürzeste Variante ist, brauchen wir für den Abstieg dennoch rund zwei Stunden. Etwa auf halber Strecke geht uns das Wasser endgültig aus.

Die folgende Stunde ist hart. Wir steigen bei extremer Hitze ohne Wasser ab. Nachfüllen ist nirgends möglich. Ab und zu queren wir trockene Bachbetten, aber es ist so trocken, dass die Suche nach Wasser keinen Sinn hat.

Ein Teil der Strecke führt durch Wald und spendet zumindest etwas Schatten. Das letzte Wegstück ist jedoch wieder offen, und die Sonne ist gnadenlos. Zu meiner Überraschung kommt Ibo mit dem Abstieg selbst unter diesen Bedingungen sehr gut zurecht. Trotzdem tut er mir zunehmend leid, und in Gedanken wäge ich schon Möglichkeiten ab, irgendwo an Wasser zu kommen. Der Blick in die Runde zeigt jedoch: nahezu aussichtslos.

Wasser erst in Makar

Erleichterung kommt erst im Dorf Makar. Beim örtlichen Kirchlein finde ich einen Wasserschlauch. Ich fülle Ibo den Napf. Er trinkt und trinkt und trinkt. Er kann gar nicht aufhören.

In diesem Moment wird mir klar, dass Ibo – so wie ich – unter dem Wassermangel gelitten hat, auch wenn er es sich nicht anmerken ließ. Ich rufe Iva an und organisiere eine Abholung. Kurz darauf ist sie bei uns. Wir steigen ins klimatisierte Auto und fahren zum Apartment. Ich direkt in den Pool, Ibo in das angenehm kühle Zimmer.

Praktische Tipps für den Aufstieg auf den Vošac mit Hund

Wasser ist hier absolut entscheidend. Entlang der Route gibt es keinen verlässlichen Nachschub, vor allem im Sommer. Nehmen Sie mehr mit, als Ihnen übertrieben vorkommt.

Ein früher Start ist nicht nur eine Empfehlung, sondern Pflicht. Ab neun, zehn Uhr steigen die Temperaturen rapide.

Die Route ist gut markiert und technisch unschwierig, fordert körperlich aber deutlich. Der steile Anstieg ab Kotišina und die offenen Passagen ohne Schatten zehren schnell an den Kräften.

Wenn Sie mit Hund unterwegs sind, schätzen Sie seine Kondition, seine Hitzetoleranz und Ihre eigene Fähigkeit, ihn im Zweifel zu tragen, realistisch ein. Ich empfehle dringend ein Trekking-Geschirr für den Hund. Kleinere Rassen können in den steilen Passagen Probleme bekommen und werden wahrscheinlich Ihre Hilfe brauchen. Während unserer Tour trafen wir im Grunde niemanden; der Weg gehörte uns allein. Eine Leine war auf der gesamten Tour nicht nötig.

Der Vošac ist ein großartiger Aussichtsberg mit fantastischen Panoramen. Im Sommer ist das aber keine „leichte Morgenrunde“. Für uns war es ein starkes Erlebnis – und eine harte Lektion zum Thema Wasser.

Eckdaten zur Tour

  • Gesamtlänge der Strecke: 11,8 km
  • Dauer: etwa 6–7 Stunden (inklusive Pausen)
  • Höhenmeter: ca. 1200 m
  • Anspruch: hoch (lange und steile Anstiege, kaum Schatten)
  • Geeignet für Hunde: ja, aber nur für gut trainierte Hunde und mit ausreichendem Wasservorrat
  • Ausgangspunkt: Kotišina oberhalb von Makarska
  • Ziel des Abstiegs: Dorf Makar
  • Wasserquelle unterwegs: nicht zuverlässig