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Dieser Beitrag will gewiss keine schlechten Ratschläge geben. Im Gegenteil: Er ist ein Eingeständnis, das späte Bewusstwerden unseres Fehlers – und zugleich eine Warnung an alle, die mit Hund nach Norwegen reisen.

Unser Hund Ibo war für die Reise in jeder Hinsicht vorbereitet. Er hatte einen gültigen EU-Heimtierausweis, einen Mikrochip, eine Tollwutimpfung, war entwurmt und bereits in der Slowakei mit einem Mittel gegen den Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) behandelt worden. Alles, was wir als verantwortungsvolle Halter tun mussten, hatten wir erledigt.

Und trotzdem haben wir einen entscheidenden Fehler gemacht.

Schengen ≠ Europäische Union

Norwegen gehört zum Schengenraum, ist aber zugleich kein Mitglied der Europäischen Union. Genau hier lag unser Irrtum. Wir sind automatisch davon ausgegangen, dass beim Grenzübertritt innerhalb Schengen dieselben Regeln gelten wie beim Reisen mit Hund zwischen EU-Mitgliedstaaten. Dem ist nicht so.

Bei der Einreise nach Norwegen mit einem Hund aus einem EU-Land ist eine Zollkontrolle verpflichtend und der Hund samt Unterlagen muss den norwegischen Zollbehörden vorgeführt werden. Es reicht nicht, dass auf dem Papier alles stimmt. Entscheidend ist der Moment an der Grenze, in dem Sie sich melden und den Hund offiziell anmelden.

Über die Grenze

Wir fahren mit dem Auto auf der E6 nach Norwegen, genauer über die Brücke Svinesundsbron an der norwegisch-schwedischen Grenze. Es ist genau diese Art von Grenze, bei der man das Gefühl hat, dass eigentlich nichts passiert. Keine Schranken, keine Polizei – nur eine Brücke und die weiterführende Autobahn.

Kurz hinter der Brücke steht jedoch rechterhand – noch vor der ersten Abfahrt – ein Verwaltungsgebäude, deutlich mit Toll / Customs beschildert. Aus Spaß frage ich Iva, ob wir etwas zu verzollen haben. Natürlich lächelt sie. Und wir fahren weiter.

In dem Moment kommt es uns nicht einmal in den Sinn, dass wir genau hier hätten anhalten, abbiegen und unseren Hund beim Zoll melden müssen. Wir ahnen nicht, dass wir soeben die norwegischen Einreisevorschriften für Tiere verletzt haben.

Drei Wochen in Unwissenheit

Anschließend reisen wir fast drei Wochen durch Norwegen: campen, wandern, Fjorde, Berge, lange Autofahrten, Stille, Weite und eine unglaubliche Natur. Ibo ist überall dabei – genau so, wie wir es uns erträumt hatten.

Niemand kontrolliert uns, keine Polizei, keine anderen Behörden. Abgesehen von einem Knöllchen fürs Parken, das wir am Ende erfolgreich angefochten haben, sind wir während des gesamten Aufenthalts keiner Kontrolle begegnet. Niemand fragt nach den Hundepapieren – weder in Hotels, Seilbahnen noch auf Fähren. Also leben wir in dem Glauben, dass alles in Ordnung ist.

Bis zu dem Tag, an dem wir längst wieder zu Hause sind und ich beginne, diesen Artikel zu schreiben und die Einreisebedingungen für Hunde nach Norwegen im Detail nachprüfe.

Da wird mir klar: Unser Hund war ganze drei Wochen im Land – so etwas wie ein illegaler Migrant.

Mögliche Folgen

Rückblickend wird mir klar, dass wir – wenn auch unbeabsichtigt – ein ziemlich hohes Risiko eingegangen sind. Wären wir unterwegs doch kontrolliert worden, hätte es Situationen geben können, die den Urlaub sofort beendet hätten:

  • eine hohe Geldstrafe,
  • die Anordnung, das Land umgehend zu verlassen,
  • Quarantäne für den Hund auf unsere Kosten.

All das nur, weil wir bei der Einreise mit dem Auto nicht den roten Zollkanal gewählt und den Hund nicht angemeldet haben.

Warum wir das schreiben

Wir schreiben diesen Beitrag nicht, um uns zu bemitleiden oder uns als Helden darzustellen. Wir schreiben ihn, weil wir genau zu den Reisenden gehören, denen eine solche Information vor der Abfahrt geholfen hätte – und vielleicht eine Menge Ärger erspart.

Norwegen ist ein großartiges Land und Hunden gegenüber sehr freundlich. Umso ärgerlicher wäre es, wenn eine banale Formalität jemandem die Reise verdirbt.

Wenn Sie aus der Slowakei (oder einem anderen EU-Land) kommen und mit Hund nach Norwegen reisen, denken Sie daran, dass es nicht reicht, alle Unterlagen dabeizuhaben. Sie müssen Ihren Hund bei der Einreise in Norwegen auch offiziell beim Zoll anmelden.

Wir hatten Glück. Darauf müssen Sie sich jedoch nicht verlassen.


Veterinärvorschriften für die Einreise eines Hundes nach Norwegen aus der EU

Wenn Sie mit einem Hund aus einem EU-Mitgliedstaat nach Norwegen reisen, muss der Hund alle veterinärrechtlichen Anforderungen erfüllen und ordnungsgemäß beim Zoll angemeldet werden. In der Praxis geht es um folgende Grundanforderungen:

  • Mikrochip – der Hund muss mit einem ISO-konformen Mikrochip gekennzeichnet sein, der bei der Kontrolle lesbar ist.
  • Europäischer Heimtierausweis – ausgestellt von einem Tierarzt in der EU, mit vollständig ausgefüllten Angaben.
  • Gültige Tollwutimpfung – die Impfung muss nach dem Chippen erfolgt sein und ist erst 21 Tage nach der Erstimpfung gültig.
  • Behandlung gegen den Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) – verpflichtend für alle Hunde, die nach Norwegen einreisen:
    • Das Mittel muss Praziquantel oder einen anderen zugelassenen Wirkstoff enthalten,
    • die Behandlung muss 24 bis 120 Stunden (1–5 Tage) vor der Einreise erfolgen,
    • die Behandlung muss vom Tierarzt im Heimtierausweis bestätigt werden.
  • Zollkontrolle bei der Einreise – bei der Einreise nach Norwegen sind Sie verpflichtet, den roten Zollkanal (Toll / Customs) zu wählen und den Hund zusammen mit den Unterlagen offiziell anzumelden.

Das Nichteinhalten einer dieser Bedingungen – oder das Auslassen der Zollkontrolle – kann zu einer Geldstrafe, Quarantäne des Hundes auf Kosten der Halter oder zur Anordnung der sofortigen Ausreise führen.

Auch wenn Norwegen Hunden gegenüber sehr freundlich ist, nimmt das Land die Einreiseregeln äußerst ernst. Deren Einhaltung liegt vollständig in der Verantwortung der Hundehalter.