
Die Philippinen sind ein Inselstaat in Südostasien mit über 7.000 Inseln, tropischem Klima und dichtem Flugnetz. Sie werden das ganze Jahr über von Reisenden aus aller Welt besucht. Wichtig für Reisen mit Hund: Für die Einreise sind eine im Voraus ausgestellte Importgenehmigung, ein Mikrochip, eine gültige Tollwutimpfung und ein veterinärmedizinisches Gesundheitszeugnis erforderlich. Für die Veterinärkontrolle bei der Einfuhr von Tieren ist das philippinische Bureau of Animal Industry (BAI) zuständig.
Beachten Sie auch die Rückreise, denn das Land, in das der Hund zurückkehrt, kann deutlich strengere Vorgaben haben als die Philippinen selbst.
Dieser Beitrag behandelt die übliche nichtkommerzielle Reise, bei der der Hund mit seiner Halterin/seinem Halter oder einer bevollmächtigten Person reist. Wenn der Hund als Fracht transportiert wird, verkauft wird, der Eigentümer wechselt oder mehrere Tiere reisen, können andere Regeln gelten.
Inhaltsverzeichnis
Schnellüberblick: Was Ihr Hund für die Reise auf die Philippinen braucht
Für die Einreise auf die Philippinen benötigen Sie:
- SPSIC-Importgenehmigung des philippinischen Bureau of Animal Industry (BAI),
- Mikrochip (ISO-kompatibel),
- eine gültige Tollwutimpfung,
- veterinärmedizinisches Gesundheitszeugnis, bestätigt gemäß den Vorschriften des Abreiselandes,
- Nachweise über weitere Impfungen und Entwurmung.
Die Importgenehmigung muss vor der Abreise vorliegen – ohne sie lohnt es sich nicht, den endgültigen Flug zu buchen. Die genauen Zertifikatsanforderungen hängen vom Abreiseland ab.
SPSIC-Importgenehmigung
Die Importgenehmigung ist der zentrale Nachweis für die Einreise auf die Philippinen. Sie wird vom BAI ausgestellt; für nichtkommerzielle Reisen beantragen Sie sie online im Modus ‚One-Time Importer‘.
Für die praktische Planung gilt:
- SPSIC rechtzeitig im Voraus beantragen,
- die Genehmigung legt die konkreten veterinärmedizinischen Anforderungen für Ihren Hund fest,
- die Anzahl der Tiere pro Genehmigung ist begrenzt,
- die Exportunterlagen müssen den im SPSIC genannten Angaben entsprechen.
Beantragen Sie die Importgenehmigung, bevor Sie die Exportpapiere im Abreiseland ausstellen lassen.
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Mikrochip
Ein Mikrochip ist Grundvoraussetzung für die Einreise des Hundes auf die Philippinen. Die philippinischen Vorgaben verlangen einen ISO-kompatiblen Chip. Die Chipnummer muss in allen Dokumenten korrekt erfasst sein und mit den Angaben im SPSIC übereinstimmen.
Tollwutimpfung und weitere Impfungen
Die Tollwutimpfung gehört zu den Grundvoraussetzungen für die Einreise auf die Philippinen.
Prüfen Sie vor der Abreise insbesondere:
- ob die Impfung am Einreisetag noch gültig ist,
- ob sie im Zertifikat korrekt eingetragen ist,
- ob sie die im SPSIC genannten Fristen erfüllt,
- ob Sie auch die weiteren geforderten Impfungen belegen können.
Neben Tollwut nennen philippinische Quellen Impfungen gegen Staupe, Leptospirose, Parvovirose und Adenovirus.
Entwurmung
Vorgeschrieben ist zudem ein Nachweis über die Behandlung gegen innere und äußere Parasiten. Entwurmung und entsprechende Einträge können bei der Kontrolle verlangt werden.
Veterinärmedizinisches Gesundheitszeugnis
Das veterinärmedizinische Gesundheitszeugnis gehört zu den Schlüsseldokumenten für die Einreise auf die Philippinen. Es muss den Gesundheitszustand Ihres Hundes und die geforderten Impfungen bestätigen.
Der Inhalt muss den philippinischen Anforderungen entsprechen und zugleich nach den Regeln des Abreiselandes erstellt sein:
- bei Reisen aus der EU wird das europäische Zertifikatsformat verwendet,
- bei Reisen aus den USA weist USDA APHIS ausdrücklich darauf hin, dass die BAI-Importnummer vor der Bestätigung des Exportzertifikats vorliegen muss,
- bei Reisen aus anderen Ländern gilt Ähnliches – die philippinische Genehmigung muss vorab vorliegen und die Exportpapiere werden entsprechend erstellt.
Das Ausstellungsdatum des Zertifikats ist zeitlich begrenzt. In einigen Ländern muss das Zertifikat zusätzlich von der staatlichen Veterinärbehörde bestätigt werden.
Mindestalter des Hundes
Nach philippinischen Vorgaben bezieht sich der Import auf Hunde, die zum Zeitpunkt der SPSIC-Beantragung mindestens 4 Monate alt sind. Wenn Sie mit einem Welpen reisen, prüfen Sie diese Grenze unbedingt im Voraus.
Flugreise mit Hund auf die Philippinen
Für die meisten Reisenden sind die Philippinen ein Flugziel. Neben den philippinischen Veterinärvorgaben müssen auch die Bedingungen der Fluggesellschaft und eventueller Transitländer erfüllt sein.
Vor der Buchung klären Sie bitte:
- ob die Airline Hunde auf Ihrer Strecke befördert,
- ob Ihr Hund in der Kabine reisen darf oder nur im Frachtraum,
- welche Vorgaben für die Transportbox gelten,
- ob ein Transitland eigene Transitvorschriften hat,
- an welchem philippinischen Flughafen die Einreisekontrolle stattfindet.
Quarantäne und Kontrolle bei der Ankunft
Bei der Einreise auf die Philippinen unterliegen lebende Tiere der Veterinärkontrolle des BAI. Sind die Unterlagen unvollständig oder entsprechen sie nicht den Vorgaben, kann der Hund auf Kosten der Halterin/des Halters in Quarantäne genommen werden oder es werden weitere Maßnahmen angeordnet.
Rückkehr von den Philippinen
Für die Rückreise eines Hundes von den Philippinen sind nicht die Philippinen maßgeblich, sondern das Land, in das er einreist.
Rückkehr von den Philippinen in die EU
Die Philippinen stehen nicht auf der Liste der Länder, aus denen die EU den Tollwut-Antikörpertest (Titer) erlässt. Bei der Rückkehr in die EU ist der Titer-Test verpflichtend.
Für die Rückkehr von den Philippinen in die EU benötigt der Hund:
- einen Mikrochip,
- eine gültige Tollwutimpfung,
- einen serologischen Test auf Tollwut-Antikörper – ein Bluttest, der den Antikörperspiegel nach der Impfung prüft – durchgeführt in einem von der EU zugelassenen Labor,
- einen EU-Heimtierausweis oder ein Tiergesundheitszeugnis für die Einreise in die EU,
- die Einreise über eine zugelassene Einreisestelle für Reisende mit Heimtieren.
Lebt der Hund gewöhnlich in der EU, lassen Sie den Titer-Test noch vor der Abreise aus der EU durchführen und das Ergebnis im EU-Heimtierausweis eintragen. Läuft die Impfung während des Aufenthalts nicht ab, entfällt bei der Rückkehr die dreimonatige Wartefrist nach der Blutentnahme.
Rückkehr von den Philippinen in die USA
Prüfen Sie die Bedingungen vor der Rückreise stets direkt auf der CDC-Website, da sich die Regeln ändern können.
Rückkehr von den Philippinen in andere Länder
Für die Rückreise in jedes andere Land gelten die Bestimmungen des Ziellandes. Prüfen Sie diese noch vor der Abreise von zu Hause.
Praktische Regeln für den Aufenthalt mit Hund auf den Philippinen
Die Philippinen sind kein typisches Ziel für spontane Reisen mit Hund. Es ist ein Inselstaat mit Fluglogistik, tropischem Klima und großen Unterschieden zwischen Städten und Inselregionen.
Bestätigen Sie Unterkünfte stets direkt bei der Unterkunft. Ein bloßer „pet friendly“-Filter im Buchungssystem reicht nicht. Klären Sie Größe des Hundes, Regeln für Zimmer und Gemeinschaftsbereiche sowie eventuelle Gebühren.
Vor Ort achten Sie auf Hitze, Luftfeuchtigkeit, Trinkwasser und sicheren Transport. Planen Sie Inselwechsel, prüfen Sie die Regeln der Inlandsflüge oder Fähren für Hunde separat.
Die meisten Touristenziele – Manila, Palawan, Cebu, Boracay, Siargao – sind für Reisende gut erreichbar. Anders sieht es im Süden aus. Die USA, Australien und das Vereinigte Königreich raten zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels von Reisen in weite Teile Mindanaos und in den Sulu-Archipel wegen Terrorismus, Entführungen und Unruhen ab. Prüfen Sie vor der Reise die aktuellen Reisehinweise Ihres Landes.
In Manila und größeren Städten wie Cebu und Davao gibt es moderne Tierkliniken. Auf kleineren Inseln und in ländlichen Gebieten ist der Zugang zu Tierärzten deutlich eingeschränkt. Wenn Sie außerhalb der großen Zentren unterwegs sind, empfehlen wir, ein kleines Erste-Hilfe-Set für den Hund mitzunehmen und die Kontaktdaten der nächstgelegenen Klinik im Voraus zu notieren.
Die Philippinen sind ein Endemiegebiet für Tollwut bei Hunden. Der Kontakt mit streunenden Hunden birgt ein reales Risiko – bei Spaziergängen ist erhöhte Vorsicht ratsam. Tropische Parasiten kommen ebenfalls vor. Sprechen Sie vor der Reise mit Ihrer Tierärztin/Ihrem Tierarzt über den aktuellen Schutz Ihres Hundes.
Wann Sie mit der Vorbereitung beginnen sollten
Für die Philippinen lohnt sich Last-Minute-Planung nicht. Importgenehmigung, Gesundheitszeugnis, Impfungen und Fluglogistik greifen ineinander.
Prüfen Sie im Vorfeld konkret:
- wann Sie das SPSIC beantragen,
- welches Gesundheitszeugnis Ihr Land verlangt,
- ob der Mikrochip ordnungsgemäß ist,
- ob Impfungen und Entwurmung aktuell sind,
- wenn der Hund in die EU zurückkehrt – Titer-Test vor Abreise aus der EU,
- was der Hund für die Rückkehr nach Hause benötigt.
Fazit
Die Reise mit Hund auf die Philippinen ist machbar, erfordert jedoch mehr Vorbereitung als typische europäische Strecken. Grundlage sind die BAI-Importgenehmigung, der Mikrochip, die Tollwutimpfung und ein korrekt vorbereitetes veterinärmedizinisches Gesundheitszeugnis.
Die Einreisevorgaben sind unabhängig vom Abreiseland gleich – Unterschiede betreffen vor allem das Format des Exportzertifikats. Die SPSIC-Importgenehmigung sollte als erster Schritt beantragt werden, noch bevor die Exportunterlagen erstellt werden.
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Rückreise. Die Philippinen stehen nicht auf der EU-Ausnahmeliste – für die Rückkehr in die EU ist der Titer-Test verpflichtend. Kümmern Sie sich darum vor der Abreise aus der EU.
Häufige Fragen zur Reise mit Hund auf die Philippinen
Was braucht ein Hund für die Reise auf die Philippinen?
Ihr Hund benötigt eine SPSIC-Importgenehmigung, einen Mikrochip, eine gültige Tollwutimpfung, ein veterinärmedizinisches Gesundheitszeugnis sowie Nachweise über weitere Impfungen und Entwurmung.
Reicht für die Philippinen der EU-Heimtierausweis?
Nein. Der EU-Heimtierausweis kann bei Reisen aus der EU ein Begleitdokument sein, für die Philippinen brauchen Sie jedoch zusätzlich die BAI-Importgenehmigung und ein Gesundheitszeugnis.
Benötigt der Hund für die Philippinen eine Importgenehmigung?
Ja. Die SPSIC-Importgenehmigung des philippinischen Bureau of Animal Industry ist vorgeschrieben und muss vor der Reise beantragt werden.
Ist bei der Rückkehr von den Philippinen in die EU der Titer-Test Pflicht?
Ja. Die Philippinen stehen nicht auf der Liste der Länder, aus denen die EU den Titer-Test erlässt. Bei der Rückkehr in die EU ist er verpflichtend – kümmern Sie sich darum vor der Abreise aus der EU.
Kann ein Hund nach der Ankunft auf den Philippinen in Quarantäne kommen?
Ja. Wenn die Unterlagen unvollständig sind oder die Vorgaben nicht erfüllen, können die philippinischen Behörden Quarantäne auf Kosten der Halterin/des Halters anordnen.
