
Ein früher Sommeraufstieg auf die Cima di Terrarossa (2.420 m) war einer jener Tage, die einen wieder daran erinnern, warum man die Berge so liebt. Die Kombination aus frühem Morgen, Stille, den letzten Resten des Winters Ende Juni und dem Hund an unserer Seite machte die Tour zu einem intensiven Erlebnis, das sich kaum in einen Satz fassen lässt.
Anfahrt nach Sella Nevea
Wir fuhren mit dem Auto aus dem Dorf Log pod Mangartom, überquerten die Grenze und fuhren weiter in das italienische Bergdorf Sella Nevea. Von dort ging es über eine steile Asphaltstraße hinauf zum Parkplatz unterhalb der Hütte Rifugio Giacomo di Brazzà, auf etwa 1.500 m Höhe.
Schon am Auto war klar, dass uns ein echter Bergtag bevorstand. Vor uns lagen über 900 Höhenmeter und ein recht steiler Aufstieg.
Wenn der Hund Nein sagt
Ibo war am Morgen alles andere als begeistert. Mit demonstrativem Ungehorsam und ständigem Zurücklaufen zum Auto machte er unmissverständlich klar, dass ihm heute nicht nach Abenteuer war. Die ersten Meter bergauf gingen wir entsprechend mit leichter Anspannung – und der Frage, ob wir uns dieses Ziel nicht zu optimistisch vorgenommen hatten.
Nach rund dreißig Minuten änderte sich das Bild: Wir erreichten das Rifugio Giacomo di Brazzà. Ab hier zog der Weg deutlich an – genau das schien Ibo zu wecken.
Endlose Serpentinen

Nach weiteren gut zwanzig Minuten legte sich der Weg in enge Serpentinen an einem recht steilen Hang. Wohin es weiterging, blieb von unten oft ein Rätsel; jede neue Kehre offenbarte dann jedoch die logische Fortsetzung.
Und an Kehren mangelte es nicht. Wir waren früh unterwegs und daher ganz allein. Nur ein paar Gämsen leisteten uns Gesellschaft, und hin und wieder pfiff ein Murmeltier.
Sattel Forca di Terra Rossa
Allmählich näherten wir uns dem Sattel Forca di Terra Rossa (2.349 m). Auf den letzten Metern darunter lag der erste Schnee des vergangenen Winters. Es war nicht viel und problemlos zu umgehen.
Der Sattel selbst ist unscheinbar, die Aussicht ist hier noch begrenzt. Genau hier holte uns der erste Wanderer des Tages ein – ein älterer Herr aus Italien. Mit Händen und Füßen stellten wir schnell fest, dass wir das gleiche Ziel hatten. Er war etwas flotter und ging voraus.
Der Schlussteil und der Gipfel
Mit zunehmender Höhe wurde der Schnee mehr, einige Passagen waren komplett weiß bedeckt. Zum Glück war das Gelände nicht allzu steil, der Aufstieg blieb gut machbar.
Der Gipfel der Cima di Terrarossa rückte in Sicht, und der Blick öffnete sich zunehmend. Die ersten Wolken tauchten auf – genau wie vorhergesagt –, doch es war klar, dass wir ihnen zuvorkommen würden. So kam es auch.
Am Gipfel genieße ich den Blick von diesem für mich neuen Ort. Ibo legt sich ins Gras und ruht sich aus. Ich lasse die Drohne steigen und mache ein paar Aufnahmen aus der Vogelperspektive. Insgesamt bleiben wir knapp eine halbe Stunde.

Rückweg
Schließlich packen wir zusammen und steigen auf demselben Weg ab. Was bergauf zäh war, ging bergab deutlich leichter. Ehe wir uns versahen, standen wir wieder am Auto, stiegen mit gutem Gefühl ein und fuhren zurück zur Unterkunft.
Praktische Hinweise zur Tour
Die Route auf die Cima di Terrarossa ist technisch unkompliziert und auch für mittelgroße bis große Hunde sehr gut geeignet. Abgesehen von den Schlussmetern am Sattel Forca di Terra Rossa und am Gipfel gibt es keine exponierten Stellen. Wir empfehlen eine Wanderleine und selbstverständlich ein passendes Geschirr für den Hund.
Einziger Stolperstein kann Schnee oder Eis sein, vor allem im frühen Sommer. Prüfen Sie daher vorab unbedingt die aktuellen Bedingungen auf der Route.
Die Cima di Terrarossa ist ein lohnendes Ziel für alle, die einen ehrlichen Bergaufstieg mit verdienten Ausblicken suchen – und zugleich eine Route, die auch der Hund meistert.
Eckdaten zur Tour
- Gipfel: Cima di Terrarossa (2.420 m ü. M.)
- Gebirge: Julische Alpen (Julské Alpy)
- Höhenunterschied: ca. 900–950 m
- Auf- und Abstieg: ca. 6 Stunden (hin und zurück)
- Start: Parkplatz unterhalb des Rifugio Giacomo di Brazzà (ca. 1.500 m ü. M.)
