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Nach einigen Tagen unterwegs in Norwegen beschlossen wir bewusst, die viel besuchten Touristengebiete für eine Weile zu meiden. Wir suchten Ruhe, weniger Menschen und mehr Natur. Genau das fanden wir am Birtevatn, einem See im Gebirge Setesdalsheiene.

Es ist eine ausgesprochen malerische Gegend – der See ist von Bergen, dichten Wäldern und weiteren kleinen Gewässern umgeben. Erreichbar ist die Gegend über die befestigten Straßen 3384 und 3386, die sich in schönen, waldreichen Anstiegen vom Städtchen Fyresdal hinaufziehen, das am bekannten See Fyresvatnet liegt.

Ruhiges Hüttengebiet abseits des Massentourismus

Die ganze Gegend gilt bei Einheimischen als beliebtes Hüttengebiet. Es gibt zahlreiche kleinere und größere Wochenendhäuser, doch nichts wirkt gedrängt oder störend. Die Bauten liegen über ein weites Gebiet verstreut, und ihre Architektur fügt sich natürlich in die Landschaft ein.

Aus touristischer Sicht ist die Region sehr vielseitig – sie bietet kurze Spaziergänge ebenso wie ganztägige Touren. In den umliegenden Seen kann man problemlos baden – im Sommer ein tolles Erlebnis, auch wenn das Wasser etwa 15 °C hatte. Die Landschaft strahlte förmlich Ruhe und Stille aus, die wir sehr genossen.

Aufstieg auf den Kviptefjell

Unser Hauptziel war der nahe gelegene Kviptefjell (903 m). Die Route beginnt am Parkplatz an der Straße Kviptevegen, dort, wo eine Schranke die Weiterfahrt stoppt. An ihr steht zwar eine Telefonnummer, bei uns meldete sich jedoch niemand – halb so wild, der Start der Wanderung liegt von hier nur rund 420 Meter entfernt.

Wir schnüren die Bergstiefel, packen Proviant für uns und für Ibo und brechen auf. Nach einem kurzen Stück auf der Straße biegen wir scharf rechts auf einen schmalen Waldpfad ab. Er führt stellenweise über kleine Wiesen und Moore; hier sollte man mit feuchtem Untergrund rechnen. Je höher wir kommen, desto trockener und angenehmer wird das Gelände.

Nach etwa 150 Höhenmetern verlassen wir allmählich den Wald. Die Blicke öffnen sich auf die Umgebung, und man erkennt gut, wie die Seen hier ein weit verzweigtes Wassersystem bilden, das Wasser aus den höchsten Teilen des Setesdalsheiene-Gebirges zusammenführt. Der Weg biegt nun steiler nach links ab und steigt auf den bereits offenen Kamm. Hier ist der Anstieg am steilsten, doch der Hang legt sich schnell, und der Grat liegt in voller Länge vor uns.

Im gemütlichen Tempo steigen wir bis zum Gipfel des Kviptefjell auf. Die Freude oben war umso größer, weil wir ganz allein waren. Keine Menschenmengen – nur Wind, Stille und weite Blicke in die norwegische Wildnis aus rund 900 Metern Höhe.

Der Weg folgt weiter dem Grat, der sich bogenförmig über dem See Kviptetjønn zieht. Er fällt nach und nach in einen unscheinbaren Sattel ab, von dem es nur ein kurzer Abstecher zum See Blakstjønn ist. Wir können nicht widerstehen und gehen hinunter ans Wasser. Am Ende baden Ibo und ich.

Der Rückweg führt durch den Wald zurück zur Straße Kviptevegen. Der Pfad nähert sich wieder dem See Kviptetjønn, den wir die meiste Zeit zur Linken hatten. Die letzten Meter vor dem Erreichen der Straße sind stellenweise aufgeweicht, doch Holzbohlen über die Moore erleichtern das Vorankommen deutlich. Schließlich erreichen wir entspannt und voller schöner Eindrücke wieder unser Auto.

Fazit

Der Aufstieg selbst ist technisch nicht anspruchsvoll. Es handelt sich um eine leichte Gratwanderung durch unkompliziertes Gelände. Für den gesamten Rundweg sollten Sie etwa 4 Stunden einplanen; die Strecke eignet sich auch bestens für mittelgroße bis große Hunde. Da die Tour technisch einfach ist, braucht es keine spezielle Ausrüstung – weder für Sie noch für den Hund.


Die wichtigsten Fakten zur Tour

  • Gipfel: Kviptefjell (903 m ü. M.)
  • Gebirge: Setesdalsheiene
  • Region: Raum Fyresdal, Südnorwegen
  • Routentyp: Rundtour / Gratwanderung
  • Zeit: ca. 4 Stunden
  • Schwierigkeit: leicht
  • Gelände: Waldpfade, Wiesen, Moore, offener Grat
  • Für Hunde geeignet: ja (mittelgroße und große Hunde)
  • Beste Zeit: Spätfrühling – Sommer – Herbst