
Ryten ist einer der bekannteren Gipfel auf den Lofoten, der trotz seiner bescheidenen 543 Meter Höhe ikonische Ausblicke auf den Ozean, steile Felswände und den Strand von Kvalvika tief unterhalb bietet. Die Tour ist weder technisch anspruchsvoll noch ein Aufstieg mit großen Höhenmetern – genau diese Mischung aus guter Erreichbarkeit und starken Panoramen macht sie so beliebt.
Den Aufstieg auf den Ryten haben wir im Rahmen unseres Roadtrips durch Skandinavien und das Baltikum unternommen – begleitet wurden wir, wie so oft, von unserem Hund Ibo.
Nach einer anstrengenden, größtenteils durchwachten Nacht im Zelt und im Auto erschien uns der Ryten als idealer Kompromiss. Die Müdigkeit war spürbar, aber wir wussten, dass uns diese Tour nicht überfordern und uns dennoch genau das bieten würde, weswegen wir auf die Lofoten gekommen waren. Wäre da nicht die ungünstige Wettervorhersage für die nächsten Tage gewesen, hätten wir uns vielleicht lieber einen Ruhetag gegönnt und wären in einem Hotel gelandet. Uns war jedoch klar, dass uns für diese spannende Ecke Norwegens nur rund 24 Stunden blieben.
Ein Morgen nach kurzer Nacht
Als Ziel wählten wir den recht bekannten Ryten (543 m). Zum Startpunkt fahren wir nach einer sehr kurzen, größtenteils durchwachten Nacht im Zelt und im Auto. Der Morgen ist verschlafen, kühl – so, wie ihn jeder kennt, der länger ohne festen Plan unterwegs ist.
Die Anfahrt führt über die Insel Moskenesøya auf der Straße 7708. Es ist diese typische norwegische Straße, die sich über Meeresarme schlängelt, ikonische Brücken quert und Ausblicke bietet, die man anderswo lange sucht. Selbst eine einfache Autofahrt fühlt sich hier wie ein kleiner Ausflug an.
Einfache Tour mit großer Wirkung
Die Wanderung auf den Ryten gehört zu den technisch leichteren und ist gerade deshalb recht populär. Der Anstieg ist moderat, der Weg gut erkennbar, und als Lohn warten Ausblicke, die zu dem Besten gehören, was die Lofoten zu bieten haben. Entsprechend ist man hier nicht allein unterwegs.
Gleichzeitig ist die Strecke sehr gut mit Hund machbar. Ibo hat sie völlig problemlos gemeistert – insgesamt wirkte sie auf uns ideal für vierbeinige Begleiter. Man muss jedoch damit rechnen, dass der Pfad stellenweise durch Moor- und feuchtere Passagen führt; ein Hund bleibt dort eher selten ganz trocken.

Zum Glück sind die meisten dieser Stellen mit Holzstegen entschärft, die den Weg deutlich erleichtern. Hält man den Hund auf dem Steg, ist das keine große Sache. Rechnen sollte man jedoch mit regerem Betrieb auf der Strecke – mit Menschen, Kindern und natürlich weiteren Hunden.
Ibo war in seinem Trekking-Geschirr unterwegs und auf den letzten Metern auch an der Leine – angesichts der vielen Leute und der etwas exponierteren Stellen eine vernünftige Lösung.
Die meisten kommen vor allem wegen der ikonischen Blicke auf den Strand von Kvalvika, die sich im letzten Teil des Anstiegs öffnen. Spätestens hier wird klar, warum der Ryten so beliebt ist: Der Blick auf den breiten Strand, eingerahmt von steilen Felsen, bleibt lange im Gedächtnis.

Wind vom Ozean
Die letzten Meter führen in sanfter Steigung über das Gipfelplateau. Hier spüren wir den Wind, der direkt vom Ozean her weht. Er erinnert daran, dass wir uns trotz der einfachen Route in einer rauen nordischen Umgebung bewegen, in der das Wetter immer das letzte Wort hat.
Die Ausblicke vom Gipfel sind typisch Lofoten – allgegenwärtiger Ozean, tiefe Buchten und daraus aufragende, steile Gipfel. Die Landschaft wirkt rau, aber eindrucksvoll: weit, offen und unglaublich fotogen.
Müdigkeit und wohlverdiente Pause
Die Tour auf den Ryten hat uns nach der kurzen, durchwachten Nacht endgültig ausgepowert. Umso mehr freuten wir uns auf den Rückweg – und auf echte Erholung. Abends fallen wir in einem sehr angenehmen Resort im Städtchen Stamsund ins Bett.
Der Ryten war mehr oder weniger ein Ziel, das wir nach einem Blick auf die Karte ausgewählt haben – und erwies sich als sehr gute Wahl. Eine gelungene Kombination aus gut erreichbarer Tour und ikonischen Ausblicken, ohne dass wir uns verausgaben mussten – zu mehr wären wir an diesem Tag ohnehin nicht in der Lage gewesen.
